Ethanol-Fabrik Costa Pinto, Piracicaba (Bundesstaat São Paulo) / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Mariordo

Ethanol-Fabrik Costa Pinto, Piracicaba (Bundesstaat São Paulo) / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, Mariordo

Einst war Ethanol die brasilianische Wunderwaffe, um einen fortschrittlichen und alternativen Brennstoff zu dem fossilen Benzin und Diesel zu haben. Brasilien strich sich die Verbrauchsmotoren grün mit dem Ethanol, den man aus dem Zuckerrohr gewann. Auch wenn heute noch viele Brasilianer ein Auto fahren, welches auf Ethanol umgerüstet worden ist, wettbewerbsfähig ist Ethanol gegenüber dem Benzin und Diesel an der Zapfsäule derzeit nicht. Dies hat verschiedene Ursachen, aber die wichtigste dürfte wohl kaum beim Ethanol selbst liegen. Vielmehr wurde in den letzten Jahren die Erdölproduktion durch die halbstaatliche Petrobras immer weiter ausgeweitet und so ist Ethanol heute durch die hohe Produktivität im fossilen Bereich etwas im Zugzwang an der Zapfsäule.

Eine Möglichkeit das Ethanol zu vergünstigen, wäre eine Senkung der Steuer auf den Alkohol. Diese Variante wäre auch die Möglichkeit, deren Wirkung sich sofort und direkt auf den Preis auswirken würde. Allerdings dürfte diese Absenkung noch nicht ausreichen, um den Preis wirklich wettbewerbsfähig zu machen.

Die weit aus wichtigeren Stellschrauben wären die Produktivität des Ethanolsektors und der Verbrauch der Autos. Beides würde sich nicht auf den heutigen Preis und auch nicht auf den Verkaufspreis von morgen auswirken, wäre aber eine langfristige Strategie, um das Ethanol auch zukünftig wettbewerbsfähig zu machen. Diesen Weg zumindest schlägt der zuständige Sekretär im Ministerium für Bergbau und Energie (Ministério de Minas e Energia), Marco Antonio Martins, als Weg vor, um das Ethanol aus der Krise an der Zapfsäule zu führen. Der Vorsitzende der Vereinigung der Zuckerindustrie (União da Indústria de Cana-de-Açúcar, kurz: Unica) gab bei dem Gespräch am runden Tisch als Ziel für 2015 die Produktivität von 7.100 Liter Ethanol je Hektar aus. Die Leistung in diesem Jahr lag bei 6.200 Litern je Hektar. An der Steigerung der Wettbewerbsfähig wird es liegen, ob des Ethanol auch zukünftig als Alternative an der brasilianischen Zapfsäule gehandelt wird. (mas)