José Dirceu muss nach seiner Verurteilung im Mensalão-Prozess 7 Jahre und 11 Monate absitzen. / Copyright: Agência Brasil
José Dirceu muss nach seiner Verurteilung im Mensalão-Prozess 7 Jahre und 11 Monate absitzen. / Copyright: Agência Brasil

José Dirceu muss nach seiner Verurteilung im Mensalão-Prozess 7 Jahre und 11 Monate absitzen. / Copyright: Agência Brasil

Der Ex-Kabinettschef des früheren Präsidenten Lula José Dirceu (Arbeiterpartei PT) hat am vergangenen Mittwoch (12. Februar) den Startschuss für eine Internetseite gegeben, über die nun Spenden zur Zahlung seines Bußgeldes im Mensalao-Prozess gesammelt werden sollen. Das höchste brasilianische Gerichtshof erhob eine Geldstrafe in Höhe von 971.128,92 Reais. Dirceu ist seit November hinter Gittern, nachdem er im Gerichtsverfahren, dem sogenannten Mensalao-Prozess, zu einer Strafe von sieben Jahren und elf Monaten verurteilt worden war, die er im halboffenen Verzug absitzen muss.

Der Mensalao-Prozess gilt in Brasilien als bislang spektakulärster Prozess gegen Korruption, bei der eine Reihe von hochrangigen Leuten eine Gefängnisstrafe bekommen haben. Angeklagt wurde ein Netz aus Politikern, Geschäftsleuten und Juristen, die zur Amtszeit des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Sie sollen über Jahre Millionenbeträge über Bestechung, Geldwäsche und Korruption eingefahren haben.

Freunde und Unterstützer von Dirceu hoffen über die Website mehr Geld einsammeln zu können als der ehemalige Kassenverwalter der PT Delúbio Soares, der in zehn Tagen auf 1,01 Millionen Reais kam. Auf der Internetseite „Apoio Zé Dirceu“, was übersetzt so viel wie „Unterstützung für Zé Dirceu“ bedeutet, wurde ein Text veröffentlicht mit Kritiken zum Auftreten des Gerichtshofs im Mensalao-Prozess in Bezug auf die PT.

Indem sie nun um Spenden zur Zahlung des Bußgeldes bitten, wollen die Freunde des Politikers Gelegenheit zu mehr als einer finanziellen Geste bieten. „Der Beitrag steht vor allem für eine Geste der Menschlichkeit und für die Politik“, heißt es laut Zeitung Valor Econômico auf der Internetseite. Darin steht auch, dass die Partei PT „zu Unrecht“ verurteilt worden sei und dass die Gerichtsverhandlung von „Rechtswidrigkeit und Eile“ gekennzeichnet worden sei. (ls)