Im Rahmen des internationalen Treffens über Meteoriten und Vulkane finde eine Expedition nach Angra dos Reis statt / Copyright: 4° Encontro Internacional de Meteoritos e Vulcões 2013
Im Rahmen des internationalen Treffens über Meteoriten und Vulkane findet eine Expedition nach Angra dos Reis statt / Copyright: 4° Encontro Internacional de Meteoritos e Vulcões 2013

Im Rahmen des internationalen Treffens über Meteoriten und Vulkane findet eine Expedition nach Angra dos Reis statt / Copyright: 4° Encontro Internacional de Meteoritos e Vulcões 2013

Am kommenden Wochenende werden brasilianische Fortscher, Geologie- und Astronomiestudenten auf Expedition gehen, um in Angra dos Reis  an der Küste Costa Verde (Rio de Janeiro) Stücke eines der seltensten und wertvollsten Meteoriten der Welt zu finden, der vor 150 Jahren ins Meer stürzte. Die Expedition ist Teil des Vierten internationalen Treffens über Meteoriten und Vulkane 2013 (4° Encontro Internacional de Meteoritos e Vulcões 2013), das gestern (07.11.) am Institut für Geologie an der Universität von Rio de Janeiro UFRJ begonnen hat und bis zum Sonntag stattfindet.

Zwei Steine seien bereits entdeckt worden, nun suche man das fehlende dritte Stück (außer einzelner Fragmente). Die Geologin Elizabeth Zucolotto erklärte, dass der Meteorit fast so alt wie das Sonnensystem sei, 4,56 Milliarden Jahre. Damit wäre er so einzigartig, dass man mit dem Fund herausfinden könnte, wie das Sonnensystem so schnell entstanden ist. Je mehr Material gefunden werden kann, desto besser wäre das für die Studien.

Das eine der entdeckten Stücke (70 g) wurde an das Nationalmuseum gespendet und das andere (6 kg), was mehr als eine Million US-Dollar wert war, ist verschwunden. Außerdem sei das gespendete Stück 1997 gestohlen worden, um an die USA verkauft zu werden. Glücklicherweise konnte diese Transaktion noch vorher gestoppt werden.

In Brasilien gibt es 62 durch Wissenschaftler anerkannte Meteoriten, eine relativ niedrige Zahl verglichen mit den USA. Ein Problem sei, dass viele Meteoriten gar nicht erkannt werden. Im Land fehle es an zuständigen Instituten für die Erkennung der Meteoriten, so Zucolotto. Für die offizielle Anerkennung sei die Bewertung und Genehmigung des Nominierungsausschusses NomCom nötig und das Ergebnis müsse anschließend im Anzeiger Meteoritical Bulletin veröffentlicht werden. Darüber hinaus sei eine Probe von mindestens 20 g bei einem beglaubigten Museum notwendig und 30 g müssten zur Forschung in die Labore gehen. (ds)