Das Wirtschaftsinstitut der Getulio Vargas-Stiftung korrigierte gestern das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nach unten / Copyright: Ibre-FGV)
Das Wirtschaftsinstitut der Getulio Vargas-Stiftung korrigierte gestern das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nach unten / Copyright: Ibre-FGV

Das Wirtschaftsinstitut der Universität FGV korrigierte das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nach unten.

Forscher des brasilianischen Wirtschaftsinstituts der Universität FGV haben die Schätzungen der Wirtschaftslage nach unten korrigiert, nachdem veröffentlicht worden war, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal verglichen mit dem gleichen Zeitraum vergangenen Jahres um 0,6 Prozent sinken würde. Die Daten wurden am Montag (15.09.) vorgestellt.

Laut Angaben des Instituts würden die Daten des zweiten Quartals bestätigen, dass es eine starke Verlangsamung der Wirtschaftsaktivitäten gibt, mit einem Rückgang der Industrieproduktion seit vier Quartalen sowie einem Rückgang der Investitionen. So schätzen die Wirtschaftsexperten, dass das BIP im dritten Quartal um 0,1 Prozent wachsen und das Jahr mit einem Plus von 0,2 Prozent abschließen wird.

Silvia Matos von der FGV zufolge hätte man vor vier Monaten noch ein Wachstum von 1,5 Prozent vorausgesagt, das dann schließlich auf 0,6 Prozent korrigiert und nun erneut herabgesetzt wurde. „Wir haben eine Verbesserung der Lage gesehen, aber diese gleicht die Verluste leider nicht aus. Die Bauindustrie und der Dienstleistungssektor, der von den Einkommen anderer Sektoren der Wirtschaft abhängt, haben starke Verschlechterungen gezeigt und sind immer weniger gewachsen“, so Matos.

Auch für das kommende Jahr geht das Institut von einem geringen Wirtschaftswachstum um die 0,5 Prozent aus, mit einer hohen Inflation über sechs Prozent wie in diesem Jahr. Matos wies auch darauf hin, dass im Wahljahr größere wirtschaftliche Veränderungen unmöglich seien, die Steuerangleichungen aber in 2015 vorgenommen werden müssten. Trotz schlechten Prognosen erklärte Matos, dass es sich noch nicht um eine Rezession handeln würde. Für das kommende Jahr erwarte man positive Werte, da es noch Sektoren gebe, wie zum Beispiel die Agrarwirtschaft und die Rohstoff- und verarbeitende Industrie, die weiterhin wachsen können. (ds)