Hafen von Santos (Bundesstaat São Paulo) / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, J. Andrade

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Die Wende im Außenhandel Brasiliens haben zum Hauptteil die Exporte in die USA verursacht. Dies lassen zumindest die neuen Außenhandelsdaten vermuten, denn die USA sind der wichtigste Absatzmarkt für die Exportprodukte Brasiliens. Für Januar und Februar beläuft sich die Summe der exportierten Produkte auf 34,1 Milliarden US-Dollar (ca. 26 Milliarden Euro) und machen damit rund 13,6 Prozent des gesamten Außenhandels Brasiliens aus. Allerdings ist davon auszugehen, dass dies mehr einer Momentaufnahme zuzurechnen ist als einer neuen Außenhandelsstruktur. So geht auch der Vizepräsident der Außenhandelskammer Brasiliens (Associação de Comércio Exterior do Brasil, kurz: AEB), José Augusto Castro, davon aus, dass die Exportmarge Brasiliens in Richtung USA sich wieder auf das Vorjahresniveau reduzieren wird.

Im vergangenen Jahr war China das Land, welches die meisten Produkte aus Brasilien importiert hatte. Vor allem der Export des brasilianischen Soja ist hier ein wichtiger Faktor, der China als Hauptabnehmer der Exporte auch in Zukunft sichern wird. Derzeit wird in Brasilien weniger Soja geerntet, da der Februar zwischen den Ernten liegt. Sobald die Ernte des Soja beginnt, dürfte sich das Bild der Exporte und Exportziele dementsprechend wieder ändern.

Rund 35 Prozent der exportierten Ware in die USA waren in den vergangenen Monaten Erdöl und seine Folgeprodukte. Dies ist die weitere Unsicherheit im Außenhandel mit den USA. Sollte die Eigenproduktion der USA steigen oder die nationalen Reserven verbrauchen, dann würde die bislang exportierte Menge an Erdöl durch eigene Produktion der USA ersetzt.

Mi Veröffentlichung der neuen Exportzahlen hat das brasilianische Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC) am Freitag auch die Möglichkeit für Industriezweige eröffnet bis zum 2. April Eingaben zur temporären Erhöhung der Importsteuer zu machen. Damit versucht Brasilien auf die interne Absatzschwäche zu reagieren und seine Märkte durch höhere Eintrittsbarrieren abzuschirmen. Dies kann als weitere Maßnahme gesehen werden, um das zu den Vorjahren vergleichsweise niedrigere Wachstum anzukurbeln und die eigenen Märkte für heimische Produkte zu schützen. (mas)