Seit Samstag, 3.01., sind in Rio de Janeiro die Bustarife um 13 Prozent erhöt worden. / Copyright: Agência Brasil
Seit Samstag, 3.01., sind in Rio de Janeiro die Bustarife um 13 Prozent erhöt worden. / Copyright: Agência Brasil

Seit Samstag, 3.01., sind in Rio de Janeiro die Bustarife um 13 Prozent erhöt worden. / Copyright: Agência Brasil

Nach Fahrpreiserhöhungen für Bus und Metro in einigen brasilianischen Großstädten sind für heute wieder Proteste angekündigt. Rund 1,5 Jahre nach den brasilianischen Massenprotesten, die im Juni 2013 zur Rücknahme von Erhöhungen des Nahtarifs führten, planen einige Stadt- und Landesregierungen die Gebühren für Busse und Metro wieder zu erhöhen. Die Bewegung für den kostenlosen Nahverkehr, Movimento Passe Livre (MPL), hat für heute zu Demonstrationen in betroffenen Großstädten aufgerufen, wie die Zeitung Estado de São Paulo (3.01.) berichtete.

In Rio de Janeiro wurde vergangenen Samstag (03.01.) eine Erhöhung von 3,00 Reais (circa 90 Eurocent) auf 3,40 Reais (etwa 1,05 Euro) durchgesetzt, was einem Anstieg von 13 Prozent entspricht. Seit der Ankündigung durch den Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, bekam die Nulltarif-Bewegung auf ihrer Facebook-Seite steten Zulauf. Laut Medienberichten werde mit mehreren Tausenden Menschen auf der Protestkundgebung gerechnet.

Mittlerweile lasse auch die Staatsanwaltschaft von Rio de Janeiro vom Gericht die Rechtmäßigkeit der Fahrpreiserhöhung prüfen und will diese vorerst aussetzen lassen, berichtet die Zeitung O Globo (3.01.). Zugrunde lag eine Anzeige der Verbraucherschutzbehörde. Nach dieser verstoße das Dekret des Bürgermeisters zur Tariferhöhung gegen die Verfassung.

Auch in São Paulo sind für heute und kommenden Freitag Demonstrationen geplant, nachdem der Bürgermeister Fernando Haddad eine Erhöhung der Bustarife für Anfang Januar bestätigt hatte. Rund 25.000 Menschen hatten auf der Facebook-Seite des MPL ihre Teilnahme am Protest angekündigt. Der Gouverneur des Bundesstaates, Geraldo Alckmin, bekräftigte derweil, dass auch „die Fahrpreise für Metro und S-Bahn zusammen steigen müssen“.

Auch in Salvador, Bahia, und in Joinville, Santa Catarina, richten sich Proteste heute gegen teils drastische Fahrpreisanhebungen. (ms)

Quellen: Estadão, Globo