Die getroffenen politischen Maßnahmen konnten die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr nicht retten. / Copyright: Wikimedia Commons, Rodrigo Soldon
Die getroffenen politischen Maßnahmen konnten die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr nicht retten. / Copyright: Wikimedia Commons, Rodrigo Soldon

Die getroffenen politischen Maßnahmen konnten die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr nicht retten. / Copyright: Wikimedia Commons, Rodrigo Soldon

Ein Wachstum nahe zwei Prozent und eine Inflation von 5,97 Prozent. Das waren die Vorhersagen der Finanzinstitute im Januar dieses Jahres für die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr. Nach den jüngsten Erkenntnissen allerdings wird das Land das Jahr 2014 womöglich mit einem Nullwachstum und eine Inflation nahe oder über dem Inflationsziel von 6,5 Prozent abschließen. Ende November senkte das Finanzministerium die offizielle Vorhersage über das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 0,5 Prozent. Zudem erhöhte das Ministerium die offizielle Inflationsvorhersage auf 6,45 Prozent.

Im Inflationsbericht, der in der vergangenen Woche von der Zentralbank veröffentlicht wurde, geht die Bank sogar noch von einem geringeren Wachstum von nur 0,2 Prozent und einer Inflation von 6,4 Prozent aus. Gemessen an den Vorhersagen des Marktes allerdings können diese Prognosen noch als optimistisch betrachtet werden. In der jüngsten Ausgabe des Informationsblattes Focus der Zentralbank gehen die Finanzinstitute von einem Wachstum von nur 0,14 Prozent aus. Hinsichtlich der Inflation gehen die Analysten von 6,38 Prozent aus.

Das brasilianische Statistikamt IBGE wird den offiziellen Inflationswert 2014 erst Anfang Januar bekanntgeben und das Wirtschaftswachstum erst im März. Bis dahin obliegt es der neuen Wirtschaftsmannschaft die Haushaltsanpassung in die Tag umzusetzen, die eine Kürzung der Ausgaben der Regierung vorsieht, um den Primärüberschuss auf 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen.

Der Plan zielt darauf ab, die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Haushalte wieder herzustellen, nachdem der Rückgang der Einnahmen und der Anstieg der Ausgaben die Regierung dazu veranlasst hatten, das Ziel des Primärüberschusses 2014 mithilfe des Kongresses zu korrigieren.

Die Maßnahmen, die die Wirtschaft hätten retten können, haben nicht das erhoffte Ergebnis geliefert. Das Konzessionsprogramm für Autobahnen, Häfen und Bahnstrecken, das Investitionen fördern hätte können, verspätete sich. Die Fußballweltmeisterschaft half dem Tourismus, lähmte aber die Industrie und die Exporte. Dadurch sank das Bruttoinlandsprodukt im ersten und zweiten Quartal des Jahres und Brasilien rutschte in die technische Rezession. Im dritten Quartal wuchs das Land wieder, aber zu wenig, um die schwache Leistung des BIP aufzubessern. (ls)

Quelle: Agência Brasil