Nach dem Fed-Entscheid zeigen sich Wirtschaftsexperten zurückhaltend / Copyright: Agência Brasil
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Die vor zwei Tagen angekündigte Entscheidung der US-Notenbank Fed, den Umfang der monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und Immobilienpapieren wie gehabt bei 85 Milliarden US-Dollar zu belassen und entgegen der Ankündigungen, sich nicht aus dem Aktiengeschäft zurückzuziehen, beschäftigt Wirtschaftsexperten weiterhin. Laut Silvio Campos Neto, Ökonom des brasilianischen Beratungsunternehmens Tendências Consultoria, sei die Entscheidung irreführend. Die Notenbank hätte in den letzten Monaten ihre Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren bewiesen, so von der Verschlechterung des Immobilien- und Arbeitsmarktes der USA. Die neue Entscheidung würde dazu führen, dass es bei zukünftigen Veröffentlichungen von Daten am Finanzmarkt zu großen Spekulationen käme, da Äußerungen weniger Glaube geschenkt werden könne.

In Brasilien habe die Entscheidung allerdings dazu beigetragen, dass der Druck auf die Währung Real verringert wurde. Neto kommentierte weiterhin, dass im Moment noch keine Voraussagen über die Quote des Dollars gemacht werden könnten. Die Grundlagen der brasilianischen Wirtschaft seien schlechter, mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit und einer Verschlechterung der Steuerindikatoren. Außerdem befürchte Neto, dass die Fed in der Zukunft doch bekanntgeben werde, dass sie die Beteiligung am Aktiengeschäft zurückziehen wird. Auch müsse auf eine Entscheidung der Zentralbank gewartet werden, ob diese Veränderungen beim Devisenmarkt vornimmt.

Die Professorin des Wirtschaftsinstituts der Universität in Campinas (Unicamp), Maryse Farhi, hält sich ebenso mit Prognosen noch sehr bedeckt. Nach dem Fed-Entscheid hoffe sie allerdings auf das Sinken der Quote des Dollars. „Der Wechselkurs ist eine Sache, die man nicht versuchen sollte vorauszusagen. Für Brasilien sind die Auswirkungen bei Schwankungen im Wechselkurs immer sehr komplex. Eine Aufwertung des Dollars ist gut für Exporte und die inländische industrielle Tätigkeit“, so Farhi. Andererseits sei ein niedriger Dollar hilfreich, die Inflation unter Kontrolle zu halten. (ds)