Logo der Getulio Vargas-Stiftung / Copyright: FGV

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Der Handel Brasiliens befände sich in einem Moment der Vollbeschäftigung, so teilte der Professor des Einzelhandels der Getúlio Vargas-Stiftung (Fundação Getulio Vargas, kurz: FGV), Daniel Plá, mit.

Laut des Experten sei dieser Zustand aufgrund der hohen Nachfrage der brasilianischen Wirtschaft und aufgrund der Resistenz von Firmen bezüglich des Erhöhens von Gehältern zu erklären. „Es gibt eine starke Kontrolle der Inflation und der Umgang mit Geld ist schwierig.“ Für viele Unternehmen sagt Plá Probleme voraus: „Sie werden noch vor Weihnachten damit zu kämpfen haben, dass Produkte knapp werden, da sie mit niedrigen Lagerbeständen wegen der hohen Finanzierungskosten arbeiten“, so Plá.

Aufgrund der hohen Nachfrage im Einzelhandel würden die Gehälter der Zeitarbeiter um 30 Prozent steigen. Obwohl das eine positive Bilanz sei, würden sich auch Probleme ergeben. Viele Angestellte geben unbefristete Stellen auf und beginnen befristete Jobs mit höherem Gehalt, in der Hoffnung auf spätere Verlängerung der Verträge, die aber nur in seltenen Fällen möglich sei.

Zur Weihnachtszeit könne man bei einem befristeten Vertrag auf zwei Mindestlöhne kommen, wobei bei unbefristeten Verträgen nur ein Mindestlohn erreicht wird. Gute Verkäufer hätten sogar die Chance auf vier Mindestlöhne.

Eine weitere Gefahr sei, dass Händler die Wettbewerbsfähigkeit verlieren, da immer mehr Brasilianer in der Weihnachtszeit ins Ausland fliegen, um ihre Einkäufe zu tätigen. Dies beträfe vor allem den Bereich Mode.

Auf der anderen Seite konsumiere die neue Mittelklasse sehr viel und die Kaufbereitschaft um die Weihnachtszeit steigt. Plá schätze ein, dass es dieses Jahr einen Boom an Verkäufen geben wird, der die letzten zehn Jahre weitaus übertreffen werde. (ds)