Der Fifa-Partner Ray Whelan beim Transport. Whelan wird vorgeworfen, WM-Tickets zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. / Copyright: Agência Brasil
Der Fifa-Partner Ray Whelan beim Transport. Whelan wird vorgeworfen, WM-Tickets zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. / Copyright: Agência Brasil

Der Fifa-Partner Raymond Whelan beim Transport. Whelan wird vorgeworfen, WM-Tickets zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. / Copyright: Agência Brasil

Der Richter Marco Aurélio vom Obersten Bundesgericht (STF) hat vergangenen Dienstag (05.08.) die Freilassung des Briten Raymond Whelan angeordnet. Whelan ist wegen des organisierten illegalen Verkaufs von WM-Tickets angeklagt. Seit 7. Juli sitzt er im berüchtigten Gefängnis Gericinó in Bangu, Rio de Janeiro, ein. Als Chef der Firma Match war er im Auftrag der Fifa für den Ticketverkauf für die vergangene Fußballweltmeisterschaft verantwortlich. Diese Position soll er ausgenutzt haben und die Tickets zu deutlich überhöhten Preisen auf den Markt gebracht haben.

Bei den betreffenden Eintrittskarten handelte es sich laut Presse VIP-Tickets, die als Geschenk für Sponsoren, NGOs sowie das Trainerteam der brasilianischen Nationalmannschaft vorgesehen gewesen waren. Während ein VIP-Ticket zum Endspiel 35.000 Reais (etwa 11.500 Euro) kostete, habe die Firma Match dafür mitunter mehr als eine Millionen Reais (rund 330.000 Euro) kassiert, wie der Sender Globo (05.08.) berichtet. Die Firma Match galt als wichtiger Partner des Fußballweltverbandes Fifa.

Die Verteidigung von Whelan hatte nun argumentiert, dass die Gefangenschaft eine Rechtsbeugung darstelle, da die WM bereits vorbei sei und somit keine weitere Gefahr mehr bestehe. Der Richter begründete die Freilassung schließlich damit, dass die Erhebung der Anklage nicht Grund genug für die Untersuchungshaft sei, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil mitteilte (05.08.). „Die Regel ist zu untersuchen, und erst wenn die Schuld eindeutig belegt ist, festzunehmen“, so Richter Aurélio vom STF. Gemäß der gerichtlichen Entscheidung dürfe der Angeklagte die Stadt Rio de Janeiro bis zur Verhandlung jedoch nicht verlassen.

Neben dem Chef der Firma hatte das Gericht von Rio de Janeiro die Festnahme von zehn weiteren Beschuldigten bestimmt, die alle Teil des illegalen Verkaufrings sein sollen. Laut Staatsanwaltschaft liegen gegen sie Anklagen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vor.

Der Angeklagte Raymond Whelan war bereits am 7. Juli nach kurzer Untersuchungshaft freigelassen worden. Nach einem erneuten Haftbefehl tauchte er jedoch unter und war mehrere Tage auf der Flucht. (ms)