Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega erinnerte am Freitag (23.09.) an den Vorschlag der Repräsentanten der EU, mit der Schuldenfrage der Krise schnellstmöglich umzugehen, bevor sich die Situation verschlimmere und auch Auswirkungen auf den Rest der Welt habe. Laut Mantega befinde man sich „im Wettlauf gegen die Zeit“, so bekundete er auf einer Veranstaltung der Handelskammer Brasilien-USA in Washington.

„Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr werden die Kosten des Hilfsprogramms steigen und damit auch die Gefahr, dass dieses nicht erfolgreich sein wird“, so Mantega. Des Weiteren betonte er, dass die 17 europäischen Länder innerhalb von drei Wochen einen Plan genehmigen sollten.

Laut des brasilianischen Finanzministers müsse man die Maßnahmen von 2008 wiederholen, als die Länder der G20 (Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer) zusammentrafen und schnelle sowie „mutige“ Entscheidungen fällten, um die Krise zu bekämpfen.

Mantegas Befürchtungen liegen darin, dass die europäischen Länder, in denen noch Probleme herrschen, eine neue Finanzkrise hervorrufen könnten, die die europäischen Banken beeinflussen und Auswirkungen auf die ganze Welt haben.

Außerdem betonte Mantega, dass die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) sowie die G20 ihre Hilfe zur Verfügung stellen würden. Doch bisher wurde seitens Europa noch keine Hilfe angefragt.

Brasilien sei derzeit besser auf die Krise vorbereitet als vor drei Jahren, da mehr Ressourcen vorhanden seien. 2008 beliefen sich die Reserven auf 200 Milliarden US-Dollar, heute auf 250 Milliarden US-Dollar.

Mantega bestätigte die Aussagen des Präsidenten der Zentralbank Alexandre Tombini, dass die Wachstumsvoraussichten dieses Jahres nach unten korrigiert werden müssen. Beispielsweise senkte der IWF seine Prognosen letzte Woche von 4,1 Prozent auf 3,8 Prozent für das BIP Brasiliens im laufenden Jahr. Der Finanzminister fügte hinzu, dass sich das Land in einer Zeit der Unsicherheit befinde, in der sich die Lage schnell ändern könne. Sollte sich die internationale Situation verschlimmern, werde Brasilien seine Voraussagen noch einmal revidieren müssen. (ds)