Unterschiedliche Auffassungen über den Zustand der brasilianischen Wirtschaft - IWF-Generalsekräterin Christine Lagarde und Finanzminister Guido Mantega. /Copyright: Agência Brasil
Unterschiedliche Auffassungen über den Zustand der brasilianischen Wirtschaft - IWF-Generalsekräterin Christine Lagarde und Finanzminister Guido Mantega. /Copyright: Agência Brasil

Unterschiedliche Auffassungen über den Zustand der brasilianischen Wirtschaft – IWF-Generalsekräterin Christine Lagarde und Finanzminister Guido Mantega. / Copyright: Agência Brasil

Die Auseinandersetzung um die Bewertung der brasilianischen Wirtschaftslage spitzt sich weiter zu. Finanzminister Guido Mantega sah sich am Dienstag (29.7.) dazu genötigt, einem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu widersprechen. Brasilien verfüge aus Sicht seiner Auslandskonten über keine anfällige Wirtschaft, so der Minister. Zuvor hatte der IWF in einem Bericht Brasilien als eine der schwächsten Ökonomien unter den Schwellenländern eingestuft.

Mantega verwies gegenüber der Presse darauf, dass der Großteil der internationalen Finanzanalysten und Investoren nicht die Auffassung des IWF teile, wie die Zeitung Folha de S.Paulo (30.7.) zitiert. Beleg dafür sei die Aufwertung des Real um fast zehn Prozent in der ersten Jahreshälfte, so Mantega. Auch die Börse legte um mehr als 20 Prozent zu – teilweise durch Kapitalfluss aus dem Ausland.

Für den Minister wiederholen die Verantwortlichen des jüngsten IWF-Berichtes die gleichen Fehler wie einige Analysten zu Jahresbeginn. Damals sei Brasilien eine negative Entwicklung „mit einem perfekten Unwetter“ für das laufende Jahr beschieden worden, so Mantega. Der IWF wiederhole mit Verspätung von einem halben Jahr diese Fehleinschätzung.

Stattdessen hätte sich das Defizit in den Kassen im Vorjahresvergleich absolut stabil gehalten – trotz der Turbulenzen, die Brasilien durch den abrupten Wechsel in der Währungspolitik der USA durchleben musste. Die Nordamerikaner hätten sehr plötzlich wirtschaftliche Anreize zurückgefahren, die sich negativ auf den brasilianischen Außenhandel ausgewirkt hätten. Dennoch würden auch die ausländischen Investitionen in Brasilien denen des Vorjahreszeitraums gleichen und der Wechselkurs sei seit über einem Jahr stabil, so der Finanzminister. (ms)