Die Kulturministerin Marta Suplicy gibt die Förderprogramme für die schwarze Bevölkerung in Brasilien bekannt / Copyright: Agência Brasil

Die Kulturministerin Marta Suplicy gibt die Förderprogramme für die schwarze Bevölkerung in Brasilien bekannt / Copyright: Agência Brasil

Gestern (20.11.) feierte man in weiten Teilen Brasiliens den Tag für das Bewusstsein über die schwarze Bevölkerung (Dia Nacional de Zumbi e da Consciência Negra), der sich der besseren Integration der Schwarzen in die brasilianische Gesellschaft widmet. Zu diesem Anlass veröffentlichte das Kulturministerium fünf Programme, um kulturelle Aktivitäten der schwarzen Bevölkerung zu fördern. Die Regierung investiert für dieses Vorhaben zehn Millionen Reais (ca. 3,7 Millionen Euro). Schwarze Produzenten und Künstler können sich mit Projekten in verschiedensten Bereichen wie Zirkus, Tanz, Musik, Theater, visuelle und audiovisuelle Kunst, Literatur sowie akademischen Forschungsprojekten bewerben.

Die Kulturministerin Marta Suplicy hob hervor, dass es die erste Aktion dieser Art sei: „Ziel ist es, die Möglichkeiten der schwarzen Gemeinde zu erweitern, um sich stärker im kulturellen Bereich zu integrieren.“ Durch die neuen Zugeständnisse wird den Künstlern der Zugang zu finanzieller Unterstützung des Staates erleichtert.

Auch Luiza Bairros, Chefin des nationalen Sekretariats für die Förderung von Rassengleichheit SEPPIR (Secretaria Nacional de Políticas de Promoção da Igualdade Racial) lobte die neuen Projekte. Laut Bairros würde die Initiative bewirken, dass auch anderen Institutionen Brasiliens, vor allem Unternehmen der Bundesstaaten, kulturelle Projekte der schwarzen Bevölkerung fördern und sponsern. Außerdem sehe Bairros eine große Chance darin, dass durch die Aktion diese Art von Kunst von der Bevölkerung anders wahrgenommen und mit Vorurteilen aufräumt wird: „Schwarze Kunst wird sehr oft als Folklore eingeordnet, als etwas, das keinen Bezug zur aktuellen Dynamik unserer Gesellschaft hat. Mit den Förderprogrammen werden wir zeigen, wie sich diese Kunst mit heutigen und vergangenen Aspekten auseinandersetzt. Wir wollen, dass die Kultur durch seine Vielfalt gestärkt wird.“ (ds)