Brasilien investiert zu wenig in Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur. / Copyright: Wikimedia Commons, Francisco Marinho de Andrade

Brasilien müsste 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in seine Infrastruktur bis 2030 investieren, falls es das wirtschaftliche Grundkapital an den Bauarbeiten auf 70 Prozent des BIP anheben will, erklärt Amrando Castelar, Forscher am brasilianischen Institut für Wirtschaft der Universität Fundação Getulio Vargas (Ibre-FGV). Für den Ökonomen ist dieser Kapitalstock ein weltweiter Durchschnittswert.  Aktuell beträgt der Investitionswert in Brasilien 53 Prozent des BIP, dabei erhöhte sich dieser Wert im Jahr nicht um mehr als 2,3 Prozent über die vergangenen drei Jahrzehnten hinweg, wie Castelar sagt.

Für den Wissenschaftler sind die Bauarbeiten allerdings essentiell wichtig, um das Wachstumgspotenzial der Wirtschaft zu erhöhen. „Es ist nicht schwierig den Grund zu verstehen. Wenn die Landstraße keine Löcher hat, verbraucht sich der Lkw weniger schnell. Wenn die Eisenbahnstrecken mehr Gütertransporte zulassen, kommt die Ware schneller ans Ziel.“ So wie die Produktivität des Privatkapitals steige, seien die Unternehmen auch gewillter zu investieren. „Nur, dass wir derzeit auf der Gegenspur dieser Entwicklung sind. Wir haben zig Fälle von schlechter Investition in Infrastruktur.“

Ein anderes Problem sei, dass sich nicht alle für Infrastrukturmaßnahmen gedachten Mittel tatsächlich in Kapital umschlagen. „In der Realität gibt es Verschwendung.“ Als Beispiele nennt Castelar etwa die Umsetzung des Flusses São Francisco, die 2005 begann und bislang nur zu zwei Dritteln abgeschlossen ist. Eine bessere Lösung laut dem Wissenschaftler sind Projekte in privat-öffentlicher Partnerschaft und Konzessionen. „Die Ziele bleiben so besser im Blick, da ein Konzessionär besonders daran interessiert ist, ein Bauprojekt abzuschließen, um damit später Geld zu verdienen.“ (ls)

Quelle: Valor Econômico