Eine der bekanntesten Favelas Rio de Janeiros, die Favela Rocinha / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, paula le dieu
Eine der bekanntesten Favelas Rio de Janeiros, die Favela Rocinha / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, paula le dieu

Eine der bekanntesten Favelas Rio de Janeiros, die Favela Rocinha. / Copyright: Wikimedia Commons, paula le dieu

Am Donnerstag (11.09.) hat die Eröffnungsveranstaltung des Nationalen Forums zu Visionen der Entwicklung Brasiliens stattgefunden (Fórum Nacional Visões do Desenvolvimento Brasileiro), das vom Institut für Hochschulstudien in der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES veranstaltet wird. Thema der Eröffnung war die Integration der Armenviertel (Favelas) in die Städte.

Vertreter der verschiedenen Favelas in Rio de Janeiro meldeten sich dabei zu unterschiedlichen Problemen in den Vierteln zu Wort. Laut Einschätzungen des Vertreters der Favela Chacrinha im Complexo do Turano, Carlos Cândido da Silva, sei das größte Problem die Einbeziehung der Bewohner in das Sozialsystem. Dabei würde es an Investitionen fehlen, um soziale Projekte organisieren zu können.

Die Vertreterin der Favela Pavão/Pavãozinho und Präsidentin eines Wohnverbandes, Alzira Amaral, hingegen wies auf das Problem der Müllentsorgung hin. Die Bevölkerung müsste für diese Problematik sensibilisiert werden. Auch bräuchte man eine bessere Infrastruktur und eine Regulierung der Prozesse, um Finanzierungen der BNDES für Projekte in Anspruch nehmen zu können.

Laut Leiterin des Pereira Passos-Instituts, Eduarda LaRoque, müssten für eine Integration der Favelas die Bevölkerung richtig informiert werden. Viele wüssten nämlich nicht, was die Gemeinden wirklich brauchen. Eine Errungenschaft sei in dieser Hinsicht das sogenannte „Manifest des 21. Jahrhunderts“ (Manifesto do Século 21) in Partnerschaft mit der Regierung und den Favelas, das eine Zusammenarbeit, bessere Informationsquellen und mehr Transparenz ermöglicht. Des Weiteren könnten auch andere Finanzinstitutionen (außer die BNDES) mit den Favelas Partnerschaften eingehen, damit mehr Projekte gefördert werden, so LaRoque. (ds)