Weniger als zehn Prozent der Sitze im Parlament sind derzeit von Frauen besetzt. / Copyright: Wikimedia Commons
Weniger als zehn Prozent der Sitze im Parlament sind derzeit von Frauen besetzt. / Copyright: Wikimedia Commons

Weniger als zehn Prozent der Sitze im Parlament sind derzeit von Frauen besetzt. / Copyright: Wikimedia Commons

Auch 20 Jahre nachdem die Parteien in Brasilien dazu verpflichtet wurden, eine Mindestquote von 20 Prozent für Kandidatinnen einzuführen, kritisieren Verteidiger der Maßnahme, dass daraus noch keine Resultate zu sehen seien. Derzeit besetzen Frauen weniger als zehn Prozent der Sitze im Parlament. Dabei sind laut Daten des Obersten Wahlgerichts TSE 52,1 Prozent der Wähler im Land (74,4 Millionen) weiblich.

Laut Fachleuten ist die Unterrepräsentation von Frauen im politischen Szenario auf Hemmnisse innerhalb der Parteien zurückzuführen, und liegt am Unglauben der Wähler, was die Fähigkeit der Frau betrifft.

Der Demograph und Professor der nationalen Schule für Statistik am brasilianischen Institut für Geografie und Statistik IBGE, José Eustáquio Diniz Alves, sagt, dass der Wähler Frauen mit Wohlwollen betrachte. „Die Wahlen 2010 waren der Beweis dafür, dass der Wähler das weibliche Geschlecht nicht ablehnt, weil beide Frauen, Dilma Rousseff und Marina Silva, neben neuen Kandidaten zwei Drittel der Stimmen bereits im ersten Durchgang erzielten.“ Und eine Frau sei ja sogar zur Präsidentin gewählt worden mit mehr als 54 Prozent der Stimmen.

Er wies auch daraufhin, dass Länder mit einer langen demokratischen Tradition wie die USA oder Frankreich noch nie Frauen als Präsidentin hatten. Das Problem sei „fundamental“ in der Legislative. „Aufgrund einer frauenfeindlichen Praxis der Parteien, die von Männern dominiert werden, die nichts von ihrer Macht abgeben wollen.“ (ls)