Zölle sollen fallen. Brasilien drängt Argentinien damit das Freihandelsabkommen zwischen Mercosur und der EU Ende Januar 2104 verbaschiedet wird. / Copyright: Agência Brasil
Zölle sollen fallen. Brasilien drängt Argentinien damit das Freihandelsabkommen zwischen Mercosur und der EU Ende Januar 2104 verbaschiedet wird. / Copyright: Agência Brasil

Zölle sollen fallen. Brasilien drängt Argentinien damit das Freihandelsabkommen zwischen Mercosur und der EU Ende Januar 2104 verbaschiedet wird. / Copyright: Agência Brasil

In den Verhandlungen zu einem neuen Freihandelsabkommen mit der EU renne dem südamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur aus Sicht Brasiliens die Zeit weg. Die brasilianische Regierung und allen voran die Präsidentin Rousseff machen Druck auf den argentinischen Partner und wollen einen Abschluss bis Ende Januar 2014. Derzeit stehen Angebote für die Öffnung bestimmter Marksegmente, vor allem aus der Landwirtschaft, im Fokus der Verhandlungen.

Die argentinische Seite zeigte sich laut Medienberichten als zu eigenwillig. Gleichwohl es sein Angebot zuletzt verbessert habe, sei dies für die Vertreter der Europäischen Union nicht akzeptabel, wie die Folha de São Paulo in ihrer Online-Ausgabe am gestrigen Sonntag (15.12.13) berichtet. Wie die Zeitung weiter kommentiert, neige sich die Geduld der brasilianischen Regierung mit dem südlichen Nachbarn dem Ende zu. Das Abkommen mit der EU werde als ein Weg aus der wirtschaftlichen Krise betrachtet.

Bis Oktober des laufenden Jahres betrug das brasilianische Handelsdefizit bei Industriegütern 92 Milliarden US-Dollar (rund 67 Milliarden Euro). Zudem gebe es auf brasilianischer Seite das Empfinden, bei den Abschlüssen großer Handelsabkommen zurück zu bleiben und sich zu isolieren, wie die Folha schreibt. Laut einer hohen diplomatischen Quelle herrsche große Unzufriedenheit mit den hohen Handelsbarrieren der Partner im Mercosur und der steigenden Konkurrenz aus China.

Derzeit sind zwei weitere große Freihandelskommen am Entstehen. Zum einen der Trans-Pacific Partnership (TPP), an dem Brunei, Chile, Japan, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, die USA und Vietnam beteiligt sind. Zum anderen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen den USA und der EU. Bei den neuen Bündnissen gehe es vor allem darum, den Einfluss der BRIC-Staaten einzudämmen. „Mit dem TPP und dem TTIP führen die USA eine Gegenoffensive an, um die wirtschaftlichen Konkurrenten Brasilien, Indien und China zu stoppen und zu isolieren“, so Jean-Pierre Lehmann, erimitierter Professor am Schweizer IMD in der Folha.

Laut Pablo Bentes, Chef für Internationalen Handel von Steptoe & Johnson, führe der Wegfall von Zöllen für Landwirtschaftsprodukte zwischen den USA und der EU dazu, dass brasilianische Produkte an Wettbewerbsvorteilen verlören. (ms)