Die industrielle Produktion konnte unter anderem Dank des Automobilsektors gesteigert werden / Copyright: Agência Brasil
Die industrielle Produktion konnte unter anderem Dank des Automobilsektors gesteigert werden / Copyright: Agência Brasil

Ein Freihandelsabkommen mit der EU ist auf dem Weg. Als „sensibel“ gilt die industrielle Produktion, vor allem von Autos.  / Copyright: Agência Brasil

Die Bemühungen um ein Freihandelsabkommen zwischen Brasilien und der Europäischen Union setzen sich fort. Am gestrigen Dienstag (03.09.) präsentierte die brasilianische Regierung einen Entwurf zum Abkommen. Dieser sieht die Senkung der Importsteuer für 75 Prozent der Handelswaren vor. Von dem neuen Freihandel sollen jedoch vorerst Produkte ausgeschlossen werden, die als „sensibel für die heimische Wirtschaft“ betrachtet werden, wie die Tageszeitung O Estado de São Paulo in ihrer Mittwochsausgabe berichtet. Zu diesen   Produkten zählt die Regierung Waren aus den Sektoren Maschinen und Anlagen, Fahrzeugbau, Elektrogeräte und Chemie.

Dennoch sollen ein paar Gesetzeslücken des brasilianischen Rechts genutzt werden. Die Strategie des Freihandelspapier sieht eine Aufweichung der Industrieproduktsteuer (Imposto sobre Produtos Industrializados, kurz: IPI) vor. Diese Steuer von derzeit 30 Prozent für Autos müsste gesenkt werden. Als ein Triumpf der brasilianischen Regierung gelten Verhandlungen über die Liberalisierung im Bereich der Dienstleistungen. Europäischen Flugunternehmen soll es zukünftig gestattet sein, in Brasilien Inlandsflüge anzubieten. Im Gegenzug dazu würde der europäische Luftraum den brasilianischen Unternehmen geöffnet werden.

Brasilien bevorzugt derzeit ein Freihandelsabkommen, das 85 Prozent der Waren und Dienstleistungen einschließt, während die EU 87 Prozent in das Paket aufzunehmen gedenkt.Der Entwurf soll bis Ende des laufenden Jahres auf den Weg gebracht werden. Zunächst wird die brasilianische Außenhandelskammer (Câmara de Comércio Exterior, kurz: Camex) den Vorschlag der Regierung diskutieren. Als nächstes wird das Abkommen den Partnern des Mercosul – Argentinien, Paraguay, Uruguay und Venezuela – vorgelegt. (ms)