Der frühere IWF-Vize-Präsident Otaviano Canuto sieht für Brasilien keine Gefahr eines Bonitätsverlustes. / Copyright: Agência Brasil Der frühere IWF-Vize-Präsident Otaviano Canuto sieht für Brasilien keine Gefahr eines Bonitätsverlustes. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien steht vor keiner Abwertung durch Rating-Agenturen. Dies bekräftigte das frühere Vorstandsmitglied und früherer Vize-Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF), Otaviano Canuto, am Donnerstag (6.08) in Rio de Janeiro. Die politische Krise Brasiliens hätten keine Auswirkungen auf die Finanzen des Landes. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten Brasiliens sieht Canuto aktuell keine Gefahr, dass die Kreditwürdigkeit des Landes durch den IWF oder Rating-Agenturen heruntergestuft wird, wie die Zeitung Valor Econômico berichtete. Der Verlust von Bonitätspunkten allerdings würde die Ausgabe für Kredite erhöhen und so ausländische Investitionen im Land ersticken.

Laut dem früheren IWF-Manager spiegeln die Ratings die Fähigkeit eines Landes wider, seine Schulden zu begleichen. „Ich sehe in der aktuellen Krise [Brasiliens] keine Anzeichen dafür, die Schulden nicht tilgen zu wollen“, so Canuto. „Ich möchte meinen, dass diese also keine Auswirkungen haben.“

Bezogen auf eine Parlamentsabstimmung am Donnerstag (6.8.), in der die Abgeordneten mit großer Mehrheit Gehaltserhöhungen von Richtern, Staats- und Rechtsanwälten verabschiedeten, die dem Bund mit 2,45 Milliarden Reais (etwa 640 Mio. Euro) zu Buche schlagen werden und das Sparprogramm der Regierung konterkarieren, begegnete Canuto mit Gelassenheit. Die Beschlüsse im Kongress bedeuteten kein Risiko für eine Herabstufung. „Da muss schon mehr auf dem Spiel stehen“, zitiert ihn der Valor Econômico. (ms)

Quelle: Valor Econômico