Die brasilianische Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello / Copyright: Agência Brasil
Die brasilianische Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello / Copyright: Agência Brasil

Neue Daten des brasilianischen Sekretariats für strategische Angelegenheiten SAE (Secretaria de Assuntos Estratégicos), die gestern (17.04.) auf dem internationalen Seminar für frühe Kindheit vorgestellt wurden, zeigten, dass der Zugang zu Bildung von Kindern in Brasilien immer noch unausgeglichen sei und vom Einkommen der Familien abhänge. So besuchten im Jahr 2011 von den zehn Prozent der reichsten Familien 45 Prozent der Kinder bis drei Jahren Kindertagesstätten. Im Vergleich dazu waren es von den zehn Prozent der ärmsten Familien nur zwölf Prozent. Auch der Anstieg von 2001 bis 2011 verteilte sich bei den unterschiedlichen Bevölkerungsschichten ungleich. Bei den reichsten Familien konnte ein Anstieg von 14 Prozentpunkten verzeichnet werden, bei den ärmsten Familien von nur sechs Prozentpunkten.

Laut Angaben der Ministerin für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung, Tereza Campello, hätte das Programm der brasilianischen Regierung Brasil Carinhoso („Zärtliches Brasilien“) dazu beigetragen, dass der Prozentsatz der Kinder bis sechs Jahren in extremer Armut von 13,3 Prozent auf drei Prozent gesunken ist. Das Programm für ein Mindesteinkommen von 70 Reais (ca. 26,70 Euro) pro Familienmitglied mit Kindern bis zu 15 Jahren wurde im November vergangenen Jahres erweitert. So konnten 2,8 Millionen Kindern aus der extremen Armut geholfen werden.

Um Verzögerungen bei Kindertagesstätten auszugleichen, hatte die Regierung verschiedene Maßnahmen vorgenommen, damit den Einrichtungen bessere finanzielle Unterstützung gewährleistet werden kann. Des Weiteren erhalten Kindertagesstätten 50 Prozent mehr Zuschüsse für Kinder, deren Eltern Leistungen durch das Familienstipendium Bolsa Família beziehen.

Problematisch sei allerdings, dass aufgrund von Unwissenheit nicht alle Gemeinden von diesen Möglichkeiten profitieren, so teilte Eduardo Queiroz, Leiter des Verbands Maria Cecilia Souto Vidigal, mit. Aus diesem Grund arbeite der Verband daran, mit den Gemeinden Projekte zu entwickeln, um bessere gesundheitliche Versorgung sowie verstärkten Zugang zu frühkindlicher Bildung zu ermöglichen. (ds)