Das ganzheitliche Bildungssystem soll dazu beitragen, die Grundbildung in Brasilien zu verbessern / Copyright: Agência Brasil
Das ganzheitliche Bildungssystem soll dazu beitragen, die Grundbildung in Brasilien zu verbessern / Copyright: Agência Brasil

Das ganzheitliche Bildungssystem soll dazu beitragen, die Grundbildung in Brasilien zu verbessern. / Copyright: Agência Brasil

Das brasilianische Bildungsministerium MEC (Ministério da Educação) hat am Donnerstag (18.09.) ein neues Portal herausgebracht, das Portal da Educação Integral (etwa: „Portal für ganzheitliche Bildung“). Auf der Seite gibt es Informationen und Neuigkeiten rund um das Thema, so haben Interessenten direkten Zugang auf das Schulprogramm Programa Dinheiro Direto na Escola, durch das Ressourcen für Aktivitäten in dem Bereich zur Verfügung gestellt werden.

Ganzheitliche Bildung ist eine der Hoffnungen der brasilianischen Regierung, das Bildungssystem der Grundbildung im Land zu verbessern. Während der Zeit, in der die Schüler in der Schule sind, erhalten diese außer Unterrichtsstunden pädagogische Unterstützung und können an weiteren Aktivitäten aus den Bereichen Sport, Kultur und Kommunikation teilnehmen. Die Stundenanzahl beläuft sich auf mindestens sieben Stunden täglich oder 25 Stunden wöchentlich. Durch finanzielle Mittel des Bildungsprogramms Programa Mais Educação setzt das Bildungsministerium das ganzheitliche Bildungssystem an Schulen mit geringen Leistungen und in sozial schwachen Regionen durch.

Laut Angaben des Bildungsministers Henrique Paim würden alle Schulen analysiert werden, damit konkret Hilfe angeboten werden könne. In diesem Jahr sei bereits eine Milliarden Reais in das Programm geflossen. Das ganzheitliche Bildungssystem ist auch im nationalen Bildungsplan PNE (Plano Nacional de Educação) verankert, der Ziele des Sektors in den nächsten zehn Jahren aufstellt. Derzeit erreicht das System rund 35 Prozent der öffentlichen Schulen, dieser Wert soll sich auf 50 Prozent erhöhen. Außerdem bieten einige Bundesstaaten und Gemeinden ihre eigenen Programme an.

Die Sekretärin der Grundbildung, Maria Beatriz Luce, stellte allerdings fest, dass mit dem neuen System auch an weitere Probleme wie die Anstellung von Ganztagslehrern gedacht werden muss. Derzeit arbeiten Lehrer oft an mehreren Schulen, was durch das Programm nicht mehr möglich ist. Auch betonte Luce, dass finanzielle Mittel aus dem Erdölgeschäft (Royalties) für eine bessere Ausbildung von Lehrkräften eingesetzt werden sollen. (ds)