Kolumbianische Gastarbeiter sollen auf Brasiliens Fernverkehrsstraßen aushelfen. / Copyright: Agência Brasil
Kolumbianische Gastarbeiter sollen auf Brasiliens Fernverkehrsstraßen aushelfen. / Copyright: Agência Brasil

Kolumbianische Gastarbeiter sollen auf Brasiliens Fernverkehrsstraßen aushelfen. / Copyright: Agência Brasil

In bestimmten Regionen und Sektoren leidet Brasilien an chronischem Arbeitskräftemangel. Insbesondere Transportunternehmen heuern nun Arbeitskräfte aus dem Ausland an. Schätzungen zufolge fehlen in diesem Wirtschaftsbereich landesweit rund 100.000 Personen, wie die Zeitung Folha de S. Paulo in ihrer Online-Ausgabe am gestrigen Sonntag (16.3.) berichtet. Um auf die Situation zu reagieren, startet im Bundesstaat Paraná ein Programm, das kolumbianische LKW-Fahrer für Brasiliens Fernverkehrsstraßen fit machen soll.

Laut Wesley Passaglia, dem Direktor für Fortbildung des Nationalen Verbandes für Transportwesen (Confederação Nacional dos Transportes, kurz: CNT), liegen zwar keine genaue Zahlen darüber vor, wie sich die Beschäftigungssituation entwickelt. Es gebe aber eindeutig immer weniger Fahrer, wie Passaglia bekräftigt. Zunehmend würden LKWs in den Garagen stehen bleiben oder Überlandbusse nicht fahren, weil es an Fahrer mangelte, so der Vertreter des CNT. Seit dem Jahr 2011 seien 11.000 Personen zum Fahrer ausgebildet worden. Diese Anzahl sei für die aktuelle Nachfrage jedoch zu gering.

Seit der Arbeitskräftevertrag mit Kolumbien existiert, seien allein im südlichen Bundesstaat Paraná 230 Bewerbungen kolumbianischer Gastarbeiter eingegangen, wie der Präsident der Gewerkschaft des Transportwesens Paraná (Sindicato das Empresas de Transportes de Cargas no Paraná) Gilberto Cantú mitteilte. Das Interesse in Brasilien zu arbeiten sei trotz der Entfernung von der Heimat wachsend, erklärt Cantú. Grund hierfür seien vor allem die bedeutend höheren Löhne. „Sie verdienen 40 Prozent mehr und verfügen zudem über mehr Rechte als dort [in Kolumbien]“, so der Gewerkschaftsvertreter.

Gleichzeitig biete die Gewerkschaft im Rahmen einer Heranführung an den Beruf derzeit rund 50.000 jungen Menschen eine Art Schnupperkurs für ein Fahr-Training mit LKWs an, um die jungen Leute für den Einsatz auf der Straße zu gewinnen. Damit solle zudem über die Gefahren aufgeklärt werden. Schließlich gingen nach wie vor über 60 Prozent der Unfälle auf menschliche Fehler zurück. (ms)