Schüler einer Schule in Goiâna / Copyright: Creative Commons, T. Abreu

Schüler einer Schule in Goiâna / Copyright: Creative Commons, T. Abreu

Mit dem Aufstieg Brasiliens zum Schwellenland und den damit verbundenen Wohlstandssteigerungen für einen Teil der Bevölkerung ändern sich auch die demographischen Kennzahlen. Der wirtschaftliche und soziale Aufstieg hat nun den entsprechenden Niederschlag in der Geburtenrate Brasiliens gefunden. Wie die aktuellen Zahlen des brasilianischen Instituts für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatistica, kurz: IGBE) zeigen, lag die aktuelle Geburtenrate in 2010 bei 1,9 Kinder je Frau. Um den Bevölkerungsstand – ohne Zuwanderung – zu halten, sind jedoch 2,1 Kinder je Frau notwendig. Dies bedeutet, dass die Bevölkerungszahl Brasiliens bei dieser Geburtenrate langfristig sinkt.

Im Jahr 2000 betrug die Geburtenrate noch 2,38 Kinder je Frau. Die Geburtenrate unterliegt damit einem ebenso rasanten Wandel wie sich der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft durch den Aufstieg Brasiliens in den letzten Jahren abzeichnet. Mit dem neuen Wohlstand ist aber auch eine wesentlich geringere Kindersterblichkeit verbunden, denn diese sank durch bessere Versorgung von ca. 30 Kinder je 1.000 Geborenen auf fast 15 je 1.000 im Jahr 2010 ab. Gleichzeitig verändert hat sich auch das Alter, denn bekamen Brasilianerinnen im Jahr 2000 noch mit 26,3 Jahren das erste Kind, so stieg dieses Alter auf 26,8 Jahre an. Allerdings stieg auch die Zahl der Mütter die schon im Teenageralter schwanger wurden, was für den vergleichsweise geringen Anstieg des Alters der Erstgebärenden eine Erklärung sein könnte.

Die Auswertung des neuen Census der IBGE aus dem Jahr 2010 zeigt aber nicht nur einen Wandel in den demographischen Statistiken mit weniger Geburten. Gleichzeitig gab es im Bereich der Bildung der Kinder Veränderungen und es zeichnet sich ein positiver Trend ab. So sank beispielsweise die Zahl der Kinder ohne Schulbildung von noch 5,5 Prozent im Jahr 2000 auf nur noch 3,1 Prozent in 2010. (mas)