„Im Schatten des Mensalão-Prozesses droht in Brasilia ein weiterer Korruptionsskandal unter den Teppich gekehrt zu werden. Politiker, die sich gegen die Kultur der Korruption wehren, sind populär – und rar.

Die Praça dos Três Poderes in Brasilia gehört den Tauben. Unbekümmert machen sie sich auf der weitläufigen Fläche zwischen dem Präsidentenpalast, dem Obersten Gerichtshof und dem Kongressgebäude breit und gurren vor sich hin. Was rund um sie herum abläuft, können sie nicht wissen. Dabei wird keine hundert Meter entfernt im Obersten Gerichtshof gerade Geschichte geschrieben. Das jedenfalls glauben Raimundo Barbosa und seine Kollegen. Barbosa arbeitet für das Hauptstadt-Studio eines grossen brasilianischen Fernsehsenders. Seit Präsident Sarney Mitte der achtziger Jahre sei er dabei, erzählt er. Skandale hätten schon damals zum Alltag in Brasilia gehört, daran habe sich bis heute nichts geändert. «Doch was hier gerade geschieht, kann alles verändern», sagt Barbosa und macht eine Kopfbewegung in Richtung des Gebäudes hinter ihm.“ (NZZ Online)

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