Gesundheitsminister Arthur Chioro bei der Herausgabe der Kampagne gegen Rassismus im öffentlichen brasiliansichen Gesundheitssystem SUS / Copyright: Agência Brasil
Gesundheitsminister Arthur Chioro bei der Herausgabe der Kampagne gegen Rassismus im öffentlichen brasilianischen Gesundheitssystem SUS / Copyright: Agência Brasil

Gesundheitsminister Arthur Chioro bei der Herausgabe der Kampagne gegen Rassismus im öffentlichen brasilianischen Gesundheitssystem SUS / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Regierung brachte gestern (25.11.) die erste Kampagne zur Bekämpfung von Rassismus im öffentlichen brasilianischen Gesundheitssystem SUS heraus, die vom 25. bis 30. November stattfinden wird. Mit dem Slogan „Rassismus ist schlecht für die Gesundheit! Melde ihn!“ (Racismo faz mal à saúde. Denuncie!) möchte die Initiative die Bevölkerung und medizinische Fachkräfte darauf aufmerksam machen, dass Rassendiskriminierung auch im Gesundheitswesen vorkommt.

Durch die Kampagne kann jede Art von Rassismus gemeldet werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich über Krankheiten zu informieren, die bei der schwarzen Bevölkerung verstärkt auftreten und damit mehr medizinische Aufmerksamkeit erfordern, wie die Sichelzellenanämie und Diabetes Typ 2.

Laut Angaben des Gesundheitsministeriums erhält eine schwarze Frau weniger medizinische Versorgung als eine weiße. Daten zeigen, dass beispielsweise 46,2 Prozent der weißen Frauen bei der Geburt begleitet werden, aber im Vergleich dazu nur 27 Prozent der schwarzen Frauen. In einer weiteren Studie fand man heraus, dass 77,7 Prozent der weißen Frauen über das Stillen aufgeklärt wurden, aber nur 62,5 Prozent der schwarzen Frauen. Ein anderer Faktor ist die Mutter-Kind-Sterblichkeit: Dabei wurde festgestellt, dass 60 Prozent der Müttersterblichkeit bei schwarzen Frauen auftritt, bei weißen liegt der Prozentsatz bei nur 34.

Gesundheitsminister Arthur Chioro erklärte, dass die große Herausforderung darin läge, eine Gleichberechtigung herzustellen. Vor allem sei es wichtig, Fachkräfte der öffentlichen Institutionen auf das Problem des institutionellen Rassismus‘ aufmerksam zu machen und ebenso auf die Notwendigkeit, diesen bekämpfen zu müssen. Mythen wie solche, dass Schwarze schmerzresistenter seien und dadurch weniger medizinische Aufmerksamkeit brauchen, müssten dabei aus dem Weg geschaffen werden. (ds)