Logo des Komitees für Währungspolitik der brasilianischen Zentralbank / Copyright: COPOM

Logo des geldpolitischen Komitees der brasilianischen Zentralbank / Copyright: COPOM

Die Erwartungen vor der heutigen (28.11.) Bekanntgabe der Entscheidung des geldpolitischen Komitees (Comitê de Política Monetária, kurz: Copom) zum Leitzins sind eher gedämpft. Noch in der vergangenen Woche hat der Chef der brasilianischen Zentralbank (Banco Central, kurz: BC), Alexandre Tombini, Äußerungen gemacht, die hindeuten lassen, dass der Leitzins auch heute abend da bleibt, wo er derzeit ist: auf 7,25 Prozent. Es gibt aber auch triftige Gründe für eine weitere Absenkung und es ist noch nicht ganz entschieden, dass der Leitzins auf dem historischen Tief verharrt und nicht doch weitere Schritte nach unten unternimmt.

Zum einen wären da die sich immer weiter eintrübenden Geschäftsaussichten der brasilianischen Industrie und anderer Bereiche für das restliche Jahr 2012, die mit einer weiteren Absenkung wieder eine Vergünstigung ihrer Kredite erwarten könnten; zum anderen liegt die Inflation innerhalb der von der Regierung ausgegebenen Bandbreite von 4,5 Prozent plusminus einem Prozent. Beide makroökonomische Kennzahlen würden eine erneute Absenkung möglich machen.

Das geldpolitische Steuern auf Sicht durch relativ viele Änderungen und das Reagieren auf wirtschaftliche Veränderungen innerhalb kurzer Zeitperioden schwächt immer ein wenig das Bild einer verlässlichen Zentralbank. Das dürfte der Punkt sein, vor dem sich das Copom am meisten fürchtet, als willfähriges Instrument der brasilianischen Regierung gesehen zu werden, das die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der Regierung einfach nur umsetzt. Auch deshalb gibt es vielleicht eine Tendenz zum Halten des aktuellen Niveaus des Leitzins. (mas)