Die Kaiowa im Rechtsstreit. Landesverfassungsgericht von Mato Grosso Sul gibt 120 Tage Aufschub, um die Rechtmäßigkeit des Landes zu klären. / Copyright: Agência Brasil

Die Kaiowa im Rechtsstreit. Landesverfassungsgericht von Mato Grosso Sul gibt 120 Tage Aufschub, um die Rechtmäßigkeit des Landes zu klären. / Copyright: Agência Brasil

Die Kaiowa im Rechtsstreit. Landesverfassungsgericht von Mato Grosso Sul gibt 120 Tage Aufschub, um die Rechtmäßigkeit des Landes zu klären. / Copyright: Agência Brasil

Das Oberste Verfassungsgericht des Bundesstaates Mato Grosso do Sul im Zentrum Brasiliens bestätigte vorerst den Verbleib von 47 Familien der Ethnien Guarani-Kaiowá, Ñandeva und Terena auf einem Gebiet von rund 27 Hektaren auf einer Fazenda in der Nähe der Hauptstadt des Bundesstaates, Campo Grande. Damit hob das Gericht die Entscheidung des Obersten Landesgerichts von Mato Grosso do Sul auf. Dieses hatte das sofortige Verlassen der Indigenen von der besetzten Fazenda entschieden. Diese zogen im Jahr 2011 auf das Land, wo sie vorwiegend Mais und Maniok für den Eigenverbrauch anbauen und fordern ihren historischen Anspruch auf das Gebiet ein.

Die Entscheidung der Obersten Richterin, Cecília Mello, sieht nun vor, dass die Indigenen vorerst 120 Tage bleiben können, bis die Nationale Stiftung der Indigenen (Fundação Nacional do Índio, kurz: Funai) die noch ausstehenden anthropologischen und topographischen Nachforschungen abgeschlossen hat. Zu bestimmen bleibt, ob die 27 Hektar der Fazenda zur dem größeren indigenen Gebiet Terra Indígena Dourados gehören.

Wie die Oberste Richterin Cecília Mello mitteilte, hätten beide Seiten gute Gründe, Ansprüche auf das Gebiet zu erheben. Es sei einerseits Tatsache, dass ein Bundesdekret von 1917 dieses Gebiet den Indigenen zuschreibt. Andererseits hätten die Besitzer der Fazenda diesen Teil im Jahr 1989 vom Staat selbst erworben, so Mello in ihrer Entscheidung. Die Rechtmäßigkeit dieses Besitztitels muss nun geklärt werden. Schließlich gelten indigene Reservate als nicht veräußerbar.

Dem Gericht seien Rechtsstreitigkeiten in diesem Teil des Landes nichts Neues. Die hohe Konzentration an Fazendas und einer Vielfalt indigener Gruppen führte in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten mitunter tödlichem Ausgang. (ms)