Shoppingcenter in Gávea, rio de Janeiro / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

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Diese Zahl ist mittlerweile ein wichtiger, international vergleichbarer Indikator für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes geworden. Die Dauer, wie lange jemand durchschnittlich benötigt, um alle notwendigen Dokumente und Behördengänge hinter sich gebracht zu haben, damit diese Person ein eigenes Unternehmen gründen kann, sagt vor allem etwas über die Bürokratie eines Landes aus. Die Zeitspanne ist aber auch bezeichnend dafür, wie stark die Tendenz zu einer informellen Ökonomie ist, denn schließlich schreckt eine langwierige Bürokratie vor einer Anmeldung des Geschäfts eher ab.

Das brasilianische Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC) hat in einer neuen Untersuchung den Zeitraum der Geschäftseröffnung getestet. Die Zeitspanne für die notwendigen bürokratischen Prozesse bis zur Anmeldung liegt nach diesen Ergebnissen zwischen 49 und 119 Tage. Dies ist nach Ansicht vieler Unternehmensverbände und auch des Ministeriums selbst ein zu langer Zeitraum. Bereits im Laufe dieses Jahres wurde deshalb ein Projekt der Integration gestartet, bei dem alle notwendigen verwaltungsrelevanten Vorgänge zukünftig gebündelt werden sollen. Die Wartezeit des zukünftigen Unternehmers soll mit dieser Reform auf nur neun Tage reduziert werden.

Ein erstaunliches Ergebnis der Untersuchung des MDIC ist die Spanne der Kosten für die Geschäftseröffnung zwischen den brasilianischen Staaten. Zwischen 963 Reais (Paraíba) und 3.597 Reais (Sergipe) (ca. 363 bis 1.355 Euros) kosten die Gebühren für die Eröffnung eines Geschäfts. Auch mit diesen Kosten liegt Brasilien im Vergleich zu vielen anderen Staaten weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. (mas)