Die ehemalige Militärschule von Buenos Aires, Escuela de Mecánica de la Armada - hier wurden Gegner der Junta verschleppt, gefoltert und ermordet. /Copyright: WikiCommons ownwork
Die ehemalige Militärschule von Buenos Aires, Escuela de Mecánica de la Armada - hier wurden Gegner der Junta verschleppt, gefoltert und ermordet. /Copyright: WikiCommons ownwork

Die ehemalige Militärschule von Buenos Aires, Escuela de Mecánica de la Armada, – hierhin wurden Gegner der Junta verschleppt, gefoltert und ermordet. /Copyright: Wikimedia Commons, ownwork

Der brasilianischen Bundespolizei (Polícia Federal, PF) ist ein wichtiger Fang gelungen. Vergangene Woche fasste sie den weltweit gesuchten Salvador Siciliano in der Kleinstadt Arujá, im Großraum São Paulo. Der in Argentinien angeklagte Siciliano war in den 70er-Jahren Mitglied der rechtsextremen, paramilitärischen Vereinigung Aliança Anticomunista Argentina – Triple A und für Morde an linken Politikern verantwortlich.

Wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtet, war Siciliano seit vier Jahren in Brasilien untergetaucht und von Interpol gesucht worden. Siciliano ist wegen Mordes, Entführung und Körperverletzung angeklagt. Vorerst bleibt Siciliano in São Paulo in Haft, wo er dem brasilianischen Bundesgerichtshof (Supremo Tribunal Federal, kurz: STF) untersteht. Anschließend soll er den argentinischen Behörden überstellt werden. Die argentinische Justiz betrachtet die Taten als Verbrechen gegen die Menschheit, so dass eine Verjährung einer Haftstrafe ausgeschlossen ist.

Die Gruppierung Aliança Anticomunista Argentina – Triple A, der Siciliano angehörte, ist für Bombenanschläge, Entführungen und Morde an linken Politikern und Aktivisten in den 1970er Jahren verantwortlich. Der rechtsextremen Gruppe wird unter Anderem vorgeworfen, mit ihren Verbrechen den Nährboden für den Staatsstreich von 1976 mit vorbereitet zu haben. Die argentinische Militärjunta endete im Jahr 1983 in einer Übergangsregierung

Laut dem Projekt Desaparecidos, einer Internetseite von unterschiedlichen Menschenrechtsorganisationen aus Lateinamerika, ist die Triple A für den Mord an mindestens 685 Menschen zwischen den Jahren 1973 und 1976 verantwortlich. Die paramilitärische Gruppe sei in Zellen organisiert gewesen, die Jagd auf linke Aktivisten machte. (ms)