Die Untersuchung wurde eingeleitet, nach dem es Beschwerden zu einer Ausschreibung für Lebensmittel in Manaus gab. / Copyright: Wikimedia Commons, CIAT
Die Untersuchung wurde eingeleitet, nach dem es Beschwerden zu einer Ausschreibung für Lebensmittel in Manaus gab. / Copyright: Wikimedia Commons, CIAT

Die Untersuchung wurde eingeleitet, nach dem es Beschwerden zu einer Ausschreibung für Lebensmittel in Manaus gab. / Copyright: Wikimedia Commons, CIAT

Acht Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums wurden entlassen, unter ihnen der stellvertretende Minister des Sondersekretariat für die Gesundheit Indigener Fernando Rocha, aufgrund des Verdachts auf Betrug und Wucher bei Verträgen für Essen, Miete für Autos und Flüge, die von der Stelle „Distritos Sanitários Especiais Indígenas“ (DSEI) unterzeichnet wurden. Bereits im Februar war die Untersuchung zum Fall vom Gesundheitsministerium und Generalprüfstelle Brasiliens eröffnet worden – einen Monat nach dem die Beschwerden über Unregelmäßigkeiten bei einer Ausschreibung für den Vertragsschluss für ein Unternehmen zur Lieferung von Essen an die DSEI von Manaus ans Licht gekommen waren.

Laut der Beschwerde zweifelte ein Unternehmen die Tatsache an, dass es aus dem Verfahren ausgeschlossen worden war, obwohl es den niedrigsten Preis für die Dienstleistung angeboten hatte. Die DSEI behauptete, dass das Unternehmen ausgeschlossen worden war, weil die eingereichten Unterlagen nicht vollständig gewesen seien. In einer ersten Untersuchung des Falls durch das Gesundheitsministerium stellte dieses aber fest, dass die Unterlagen der Firma sehr wohl vollständig und damit gültig für die Ausschreibung gewesen waren.

In einer Erklärung bestätigte das Gesundheitsministerium, dass es erhebliche Schwankungen bei den geleisteten Zahlungen für das Leasing von Fahrzeugen in verschiedenen Staaten gegeben hat. Als Beispiel führte das Ministerium die Miete für Lkw an. Während die DSEI von Rondônia 10.558,33 Reais pro Monat für jedes Fahrzeug bezahlte, waren es beim DSEI von Cuiabá 20.500,73 Reais. Die Unterschiede wurden auch bei der Miete von Lieferwagen festgestellt. In Bahia lag der Preis etwa bei 20.220 Reais, in Mato Grosso dagegen bei 25.302 Reais. Neben den Preisunterschieden weckte auch die Art der Verträge Verdacht. In Bahia waren Verträge für zwei Jahre gültig anstatt für ein Jahr.

Das Ministerium erklärte, dass alle Verträge wirksam bleiben, selbst wenn sie unter Verdacht stehen. Allerdings müssten nun die Preise neu verhandelt werden. Bis 2010 wurden die Angelegenheiten zur Gesundheit Indigener von der nationalen Gesundheitsorganisation (Fundação Nacional de Saúde, kurz: Funasa) verwaltet, die dem Gesundheitsministerium angeschlossen ist. Nach Vorfällen von Korruption, Vetternwirtschaft und aufgrund von Forderungen von einem Teil der indigenen Anführer wurde das Sondersekretariat für die Gesundheit Indigener gegründet. (ls)