Experten sind sich bezüglich der positiven Auswirkungen der Fußball-WM auf die brasilianische Wirtschaft nicht einig / Copyright: Agência Brasil
Experten sind sich bezüglich der positiven Auswirkungen der Fußball-WM auf die brasilianische Wirtschaft nicht einig / Copyright: Agência Brasil

Experten sind sich bezüglich der Auswirkungen der Fußball-WM auf die brasilianische Wirtschaft nicht einig. / Copyright: Agência Brasil

Durch die derzeit in Brasilien stattfindende Fußball-WM konnten eine Million Arbeitsplätze im Land geschaffen werden, davon 700.000 formale, so gab am vergangenen Donnerstag (19.06.) der Präsident des brasilianischen Fremdenverkehrsamtes EMBRATUR, Vicente Neto, während seines Vortrags über die Auswirkungen der Großveranstaltungen auf die Wirtschaft Brasiliens bekannt.

Die WM-Arbeitsplätze würden 15 Prozent aller neuen Stellen ausmachen, die während der Regierungszeit Dilma Rousseffs entstanden sind. Damit hätte die WM einen finanziellen Effekt auf die Wirtschaft in Höhe von 6,5 Milliarden Reais in Form von Servicedienstleistungen im Tourismussektor. Im vergangen Jahr flossen 6,7 Milliarden Reais als Deviseneinkommen durch den internationalen Tourismus ins Land.  „Wir sind die sechste Weltwirtschaft im Bereich Tourismus und die erste in Südamerika“, ergänzte Neto.

Auf der anderen Seite hob Pedro Trengrouse, Forscher der Getulio Vargas-Stiftung (FGV), hervor, dass der Wert verglichen mit dem Bruttoinlandsprodukt von 4,5 Billiarden Reais sehr gering sei. Allerdings glaubt er auch, dass die WM einen größeren Vorteil für Brasilien bringen werde, als es in Südafrika der Fall gewesen ist.

Lamartine da Costa, Professor an der Universität von Rio de Janeiro (UERJ), bremste allerdings die Euphorie und bekundete, dass man erst einmal abwarten müsse, bis die WM beendet ist, um die wahren Auswirkungen auf die Wirtschaft zu sehen. Auch ist er der Meinung, dass dieses Modell der Großveranstaltungen untragbar sei und es überdacht werden müsse. „Das sind enorme Veranstaltungen und es ist praktisch unmöglich, sie mit Effizienz zu organisieren. Außerdem zeigen Forschungsergebnisse, dass in allen Ländern, die Gastgeber von Großveranstaltungen wie dieser WM waren, die Anzahl an Sportlern danach gesunken ist.“ Mehrere europäische Städte hätten ihre Bewerbungen für die nächsten Winterspiele zurückgezogen. (ds)