Tatiana Prazeres kündigt schwieriges Jahr für brasilianische Exporte an / Copyright: Agência Brasil
Tatiana Prazeres kündigt schwieriges Jahr für brasilianische Exporte an / Copyright: Agência Brasil

Tatiana Prazeres kündigt schwieriges Jahr für brasilianische Exporte an / Copyright: Agência Brasil

In Brasilien sind die Auswirkungen der globalen Krise spürbar. Die Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums und die Rezession in den europäischen Ländern macht sich in der Exportwirtschaft des Landes bemerkbar.

Brasilien hat aufgrund dreier Phänomene der Krise mit einem Exportrückgang zu kämpfen: der Fall der Preise für Rohstoffe, eine geringere Nachfrage und der Anstieg des Protektionismus in Exportländern. Seit November 2009, als die Weltwirtschaft den Gipfel der Krise erreichte, hat es keinen so großen Einbruch des brasilianischen Exports gegeben. Im Zeitraum von Januar bis April diesen Jahres stieg der Export lediglich um zwei Prozent. Gegenüber eines Gesamtanstiegs von 17,5 Prozent in den letzten zwölf Monaten bedeutet dies eine enorme Verlangsamung des Wachstums.

Die brasilianische Regierung geht davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt nur mit einem Anstieg der Exporte um 3,1 Prozent gerechnet werden kann – dieser vergleichsweise geringe Wert steht einem Anstieg von 27 Prozent im Vorjahr gegenüber. Tatiana Prazeres, Sprecherin des Außenhandelssekretariates des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC), gab an, dass 2012 ein schwieriges Jahr für die brasilianischen Exporte werde. Ebenso betroffen seien Chile, Südkorea und Südafrika.

Die Welthandelsorganisation korrigierte die Werte für das Jahr 2012 für den globalen Handel von fünf Prozent auf 3,7 Prozent. 2012 wird demnach die zweitschlechtesten Aussichten innerhalb von zwei Jahrzehnten haben.

Die sinkende globale Nachfrage bewirkt vor allem eine Senkung der Preise für Rohstoffe, wodurch einer der Motoren des Wirtschaftswachstums Brasiliens getroffen wird. Von 23 Rohstoffen, die Brasilien exportiert, erfuhren 18 eine Reduktion der Preise. Bei 16 Rohstoffen wurde zudem ein Rückgang des Exports verzeichnet.

Argentinien war für Brasilien traditionell ein guter Absatzmarkt, doch seitdem die argentinische Regierung verstärkt auf Protektionismus setzt, verringert sich auch hier der Export schlagartig. Im April fielen die Exporte nach Argentinien um 27 Prozent. Noch diese Woche wollen sich Regierungsvertreter Brasiliens mit ihren argentinischen Kollegen treffen, um über den extremen Rückgang der Exporte zu sprechen. (sg)