Der Gouverneur von São Paulo, Geraldo Alckmin, bei der Anhörung im Senat. / Copyright: Agência Brasil O governador de SP, Geraldo Alckmin, durante audiência na Comissão de Serviços de Infraestrutura (CI) para debater os desafios no abastecimento de água potável, em face da crise hídrica (Marcelo Camargo/Agência Brasil)

Von der dramatischen Wasserkrise des letzten Sommers hat sich der Bundesstaat São Paulo nach wie vor nicht erholt. Noch immer ist die Versorgungssituation angespannt, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet. Tatsächlich befinden sich die Wasserreserven auf einem niedrigen Stand. Nun nahm der Gouverneur des Bundesstaates, Geraldo Alckmin (PSDB), Stellung vor dem Senat.

In einer Anhörung am Mittwoch (8.07) vor der Kammer des Senats widersprach Alckmin den Gerüchten, es könnte während der kommenden Trockenperiode wiederholt zu Rationierungen in São Paulo kommen. „Wir hatten 2014 die schlimmste Dürre in der Geschichte. Es scheint, dass im Fall des Südostens des Landes die kommende Trockenzeit ein bisschen feuchter werden wird“, versuchte der Gouverneur zu beschwichtigen.

Nach wie vor befindet sich das wichtigste Wasserreservoir des Großraums São Paulo, das Cantareira-System, in „kritischer Situation“, so der Valor. Nur 15,2 Prozent des Stausees sind bisher wieder gefüllt, wie es auf Berufung der Wassergesellschaft Sabesp heißt. Rund 5,3 Millionen Einwohner werden aus dem Cantareira-System versorgt. Ausgehend von den aktuellen Reserven ist die Versorgung bei einer nahenden Trockenphase womöglich nicht gesichert.

Alckmin reagierte auf diese Zahlen und machte neben den Wetterbedingungen auch den Diebstahl und marode Leitungssysteme für den Verlust von Wasser verantwortlich. Fast 30 Prozent des Trinkwassers gingen durch Lecks und irreguläres Abzweigen verloren, so der Politiker. (ms)

Quelle: Valor Econômico