Die Abgeordnete Benedita da Silva und die Präsidentin des brasilianischen Bundesverbandes der Hausangestellten (Federação Nacional das Trabalhadoras Domésticas), Creuza Maria Oliveira warten auf die Bekanntgabe der Abstimmung am Dienstag (02.04.) im Senat./ Copyright: Agência Brasil
Die Abgeordnete Benedita da Silva und die Präsidentin des brasilianischen Bundesverbandes der Hausangestellten (Federação Nacional das Trabalhadoras Domésticas), Creuza Maria Oliveira warten auf die Bekanntgabe der Abstimmung am Dienstag (02.04.) im Senat./ Copyright: Agência Brasil

Die Abgeordnete Benedita da Silva (PT) (links) und die Präsidentin des brasilianischen Bundesverbandes der Hausangestellten (Federação Nacional das Trabalhadoras Domésticas), Creuza Maria Oliveira warten auf die Bekanntgabe der Abstimmung am Dienstag (02.04.) im Senat./ Copyright: Agência Brasil

Nach Jahren des Wartens und Kämpfens sind seit gestern (03.04.) die neuen Arbeitsrechte für Hausangestellte in Kraft. Die am Dienstag (02.04.) im brasilianischen Kongress beschlossene Gesetzesänderung über die Angleichung der Arbeitsrechte hat sofortige Wirkung. Für die geschätzten 6,6 Millionen Hausangestellten sieht dies mehrfache Verbesserungen der beruflichen Stellung vor.

Grundsätzlich wird ein Arbeitsvertrag Pflicht, was für die Mehrheit der Hausangestellten zukünftig eine rechtliche Absicherung gegen Kündigung und unbezahlte Mehrarbeit bedeutet. Denn geschätzte 4,6 Millionen Hausangestellte verfügten über keinen festen Arbeitsvertrag, wie aus der Studie PNAD (Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios) des brasilianischen Bundesinstitutes für Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística) vom letzten Jahr hervorgeht.

Zudem wurde jetzt auch die reguläre Wochenarbeitszeit auf 44 Stunden festgelegt, wie es bei allen regulären Anstellungen der Fall ist. Insofern gelten Mehrstunden als Überstunden. Eine weitere Verbesserung stellt die Arbeitslosenversicherung dar, die vor der Gesetzesänderung weder Pflicht noch die Regel darstellte. Zudem einigte sich der Senat darauf, spezifische arbeitsrechtliche Regelungen für Hausangestellte zu schaffen, die insbesondere gesundheitliche Risiken der Hausarbeit eben nicht als solche, sondern als Arbeitsrisiken regelt.

Zwar galt für Hausangestellte bereits bis heute das Anrecht auf den gesetzlichen Mindestlohn, Weihnachtsgeld und einen bezahlten, wöchentlichen Ruhetag. Auch Urlaub, Elternzeit, Ruhestand und eine Sozialversicherung waren festgeschrieben. Doch übertraf die wöchentliche Arbeitszeit sehr oft die 44 Wochenstunden. Laut der PNAD-Studie gab es viele Fälle, in denen bis zu 80 Wochenstunden gearbeitet wurde. (ms)