Arme Familien können sich die gestiegenen Mietpreise nicht mehr leisten. / Copyright: Agência Brasil

Aufgrund eines Mangels an 230.000 Wohnungen befindet sich die Stadt São Paulo derzeit in einer Notsituation, wie die ehemalige Berichterstatterin der Vereinten Nationen, Raquel Rolnik sagt. In den vergangenen Jahren habe sich die Situation zunehmend verschärft. Durch die fehlenden Wohnmöglichkeiten werden immer mehr leerstehende Grundstücke und Gebäude von armen Familien eingenommen, auch wenn sie für die Mieten nicht aufkommen können.

„Wir erleben einen Zyklus der wirtschaftlichen Expansion in der Stadt, was eine Erhöhung von Einkommen und einen enormen Anstieg in der Verfügbarkeit von Krediten für den Kauf von Immobilien nach sich gezogen hat. Die Folge war ein Anstieg der Immobilienpreise deutlich über dem Anstieg der Einkommen der Menschen“, sagt Rolnik.

Bewegungen zur Verteidigung des Rechts auf Wohnraum schätzen, dass es 100 Besetzungen von Grundstücken und Gebäuden in der Stadt gibt. Die Stadt schätzt, dass 90 Gebäude nur in der Mitte der Hauptstadt belagert werden. In der Regel gehören die leerstehenden Immobilien politischen Organene oder stammen aus Konkursmasse.

Der nationale Koordinator der Bewegung MTST, Guilherme Boulos, bestätigt, dass in der Stadt in den vergangenen zwei Jahren zunehmend Belagerungen stattgefunden haben. „Von 2013 bis heute sehen wir dieses Phänomen nicht nur in São Paulo, sondern auch in anderen Metropolregionen des Landes. Meiner Meinung nach hängt das direkt mit der Zunahme der Immobilienspekulationen zusammen.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil