Zwei Maschinen der brasilianischen Fluggesellschaft Trip in Rio de Janeiro: Strafe weil sie das Codesharing nicht angegeben hat./Copyright: WikiCommons: Mario Roberto Durán Ortiz
Zwei Maschinen der brasilianischen Fluggesellschaft Trip in Rio de Janeiro: Strafe weil sie das Codesharing nicht angegeben hat./Copyright: WikiCommons: Mario Roberto Durán Ortiz

Drei Maschinen der brasilianischen Fluggesellschaft Trip in Rio de Janeiro: Strafe weil sie das Codesharing nicht angegeben hat./Copyright: WikiCommons: Mario Roberto Durán Ortiz

Die beiden brasilianischen Flugunternehmen, Azul und Trip, wurden vom Kartellamt (Conselho Administrativo de Defesa Econômica, kurz: CADE) zu einer Strafe von 3,5 Millionen Reais (rund 1,3 Millionen Euro) wegen „bewusster Täuschung“ verurteilt. Der Vorwurf lautet, dass im Zeitraum der Fusion der beiden Fluganbieter die Firma Trip es unterlassen habe, von ihrem Codesharing mit einem dritten Flugunternehmen, der TAM, zu berichten. Das Codesharing ist ein Verfahren im Luftverkehr, bei dem sich zwei oder mehrere Fluggesellschaften einen Linienflug teilen.

Das Gericht des Kartellamtes entschied nun, dass der Sachbestand der Täuschung vorliege, da es laut den Gesetzestexten des CADE zu Falschangaben von Informationen, Dokumenten oder Erklärungen gekommen sei. Die Information des Codesharing hätte zum Moment der Fusion am 28. Mai 2012 bekannt gegeben werden müssen. Das Teilen von Flügen mit TAM erfolgte aber bereits seit dem 28. März des gleichen Jahres.

Das Strafmaß wird laut Medienberichten als sehr hoch eingestuft. Das Kartellamt hatte als Bedingung zur Fusion zwischen Trip und Azul die Beendigung aller Codesharings mit anderen Fluggesellschaften bis 2014 gestellt. Das CADE wurde über diesen Fall jedoch nicht informiert und absichtlich getäuscht. Bei dem Zusammenschluss der beiden Gesellschaften wurde das drittgrößte Flugunternehmen Brasiliens geschaffen. (ms)