Die Börse in São Paulo (Bovespa). Handel mit Festanlagen ja, mit Aktien nein. Copyright WikiCommons Autor Rafael Matsunaga
Die Börse in São Paulo (Bovespa). Handel mit Festanlagen ja, mit Aktien nein. Copyright WikiCommons Autor Rafael Matsunaga

Die Börse in São Paulo (Bovespa). Handel mit Festanlagen ja, mit Aktien nein. / Copyright: Wikimedia Commons, Rafael Matsunaga

Die hohen Zinsen auf Finanzanlagen in Brasilien ziehen wieder vermehrt ausländisches Kapital an. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wurde mit 11,6 Milliarden Reais (circa 3,73 Milliarden Euro) an Direktinvestitionen ein neuer Quartalsrekord aufgestellt. Der Zufluss an Kapital habe dem Land geholfen, das Loch der negativen Außenhandelsbilanz in Höhe von 25,2 Milliarden US-Dollar (rund 18,1 Milliarden Euro) im ersten Quartal 2014 zu stopfen, wie die Online-Ausgabe der Tageszeitung Folha de S.Paulo (2.5.) berichtet.

Grund für die positive Entwicklung sei die zuletzt schwächelnde ökonomische Entwicklung in den USA, wie der Wirtschaftsexperte André Perfeito in der Folha zitiert wird. Denn dies verspreche einerseits, dass die USA ihre Niedrigzinspolitik fortführen. Andererseits sei Brasilien dadurch genötigt, seine Zinsen hoch zu halten, um nicht in die Inflation abzudriften. Derzeit liegt der Leitzins hier bei 9,35 Prozent. Dies freue die Anleger, die auf den Zinsertrag setzten, so Perfeito. Ein ausländischer Investor habe mit seiner Anlage in den vergangenen zwölf Monaten einen Gewinn von 9,35 Prozent gemacht.

Durch die hohe Anziehungskraft von Finanzanlagen in Brasilien habe das Land seine Stellung im Vergleich zu anderen Schwellenländern verbessert. Brasilien verspricht die höchsten Zinserträge. In Südafrika sind es 3,28 Prozent weniger. Auch die Situation in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland machten Brasilien derzeit zu einem interessanten Ort für dauerhafte Anlagen, wie die Tageszeitung berichtet und sich dabei auf Experten beruft.

Gleichzeitig aber blieb der Ankauf von Aktien unterdurchschnittlich gering. Für nur 319 Millionen US-Dollar (rund 230 Millionen Euro) haben ausländische Anleger Aktien gekauft. Im gleichen Quartal 2013 waren es noch 7,1 Milliarden US-Dollar (circa 5,1 Milliarden Euro). Der Handel mit Aktien ermöglicht Gewinne aus Geschäften – und die sehen die Anleger in Brasilien derzeit nicht, wie die Folha schreibt. (ms)