Leiterin der IEA, Maria van der Hoeven, über Brasiliens Potezial in der Energiewirtschaft / Copyright: Agência Brasil
Leiterin der IEA, Maria van der Hoeven, über Brasiliens Potezial in der Energiewirtschaft / Copyright: Agência Brasil

Leiterin der IEA, Maria van der Hoeven, über Brasiliens Potezial in der Energiewirtschaft / Copyright: Agência Brasil

In ihrer jährlichen Publikation World Energy Outlook, in der mittel- und längerfristige Prognosen auf die Weltenergieversorgung gegeben werden, legt die Internationale Energieagentur IEA (International Energy Agency) in diesem Jahr den Fokus auf Brasilien. Laut Angaben der Leiterin der IEA, Maria van der Hoeven, läge dieser Fakt daran, dass sich Brasilien in den nächsten Jahrzehnten zu einem großen Erdölexporteur entwickeln werde und Marktführer in der Energieproduktion werden soll.

„2035 wird Brasilien kein Erdöl und Erdgas mehr importieren, sondern Exporteur dieser beiden Produkte sein“, kommentierte van der Hoeven. Laut Angaben des Berichts solle sich die Erdölproduktion im Jahr 2035 verdreifachen und einen Wert von sechs Millionen Barrel pro Tag erreichen, was ein Drittel der Nettowachstumsprognose der Weltölproduktion entspricht. Damit würde das Land die sechste Position unter den Hauptproduzenten erlangen. Die Erdgasproduktion solle in diesem Zeitraum sogar auf das Fünffache ansteigen, sodass das Land ab 2030 keine dieser Produkte mehr importieren müsse.

Weiterhin weise Brasilien reiche und vielfältige Energiequellen auf, was eine Erhöhung des Energieverbrauchs um 80 Prozent unterstützen werde. Um den steigenden Bedürfnissen der Mittelschicht gerecht zu werden, würden Investitionen in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar ins gesamt Energiesystem im Rahmen des Programmes „Licht für alle“ (Programa Luz para Todo) nötig sein.

Auch bezüglich der erneuerbaren Energien soll Brasilien weltweiter Markführer werden, die Produktion solle sich in 2035 verdoppeln. Hauptsächlich werde die Energie aus Wasserkraftanlagen stammen. Aber auch die Windkraft hätte großes Potenzial, da sie Wettbewerbsfähigkeit gezeigt habe, gefolgt von Erdgas und Bioenergie. (ds)