Ein Faktor bei der Erholung ist das Verhältnis zwischen Schulden und BIP. / Copyright: Wikimedia Commons, Mario Roberto Duran Ortiz

Wenn ein Land seine Investitionswürdigkeit verliert – wie jetzt kürzlich Brasilien vonseiten der Rating-Agentur S&P – dauert es im Schnitt 7,2 Jahre, um sich davon wieder zu erholen, wie eine Studie der Bank Itaú Unibanco zeigt. Die wichtigsten Indikatoren, die in dieser Zeit eine Rolle spielen, sind das Verhältnis Schuld/ BIP, die Sparquote und das Inflationsniveau.

Die Studie bezieht sich auf die Fälle von Südkorea, Indonesien, Slowakei, Kolumbien, Uruguay un Romänien, und zeigt, dass zwei Landestypen existieren: Gruppe 1 der Länder, die weniger Zeit für die Wiedererlangung ihrer Investitionswürdigkeit brauchen (drei Jahre), und Gruppe 2 der Länder, die mehr Zeit brauchen (zehn Jahre).

Während die Wachstumsraten in den ersten Jahren nach der Abstufung in beiden Gruppen ähnlich verlaufen, zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied bei der Bruttoverschuldung. Nach der Herabstufung haben alle analysierten Länder geldpolitische Maßnahmen ergriffen. Allerdings führten die Länder mit einem schon anfänglich geringeren Schuldenniveau dabei die Veränderungen mit weniger Strenge und Intensität durch, im Grunde jedoch ausreichend, um das Verhältnis zwischen Schulden und BIP zu stabilisieren.

Die Gruppe der Länder mit längerer Erholungszeit hatten eine Bruttoverschuldung von im Schnitt rund 70 Prozent des BIP im Jahr der Herabstufung, was der Situation Brasiliens recht nahe kommt (63 Prozent). In dieser Gruppe wurden die Maßnahmen schneller und intensiver umgesetzt. „Diese Länder sind dadurch von einem Primärdefizit im Jahr der Abstufung zu einem Überschuss schon bald im Folgejahr gekommen. Die Brutto-Verschuldung in diesem Fall ist anteilsmäßig am BIP im Folgejahr gestiegen, konnte aber über die Zeit abgebaut werden“, so die Studie. (ls)

Quelle: Estadão