Tulio Maciel, Leiter der Wirtschaftsabteilung der brasilianischen Zentralbank / Copyright: Agência Brasil

Tulio Maciel, Leiter der Wirtschaftsabteilung der brasilianischen Zentralbank / Copyright: Agência Brasil

Immer mehr Brasilianer erwerben Immobilien und werden Eigentümer ihres Hauses. Das Kreditvolumen ist laut eines Berichtes der brasilianischen Zentralbank (Banco Central) innerhalb eines Jahres um 50% gestiegen. Im Zeitraum der Monate Juli 2010 bis Juni 2011 ist der Betrag der vergebenen Darlehen für das Eigenheim von 116,1 Milliarden auf 167,4 Milliarden Real gestiegen.

Der Leiter der Wirtschaftsabteilung der Zentralbank, Tulio Maciel, sieht die Ursachen für den Anstieg in den verschiedenen Finanzierungsprogrammen, die vor allem Brasilianern mit niedrigem Einkommen den Hauskauf erleichtern. Dazu gehört das von dem ehemaligen Präsidenten Lula da Silva initiierte Programm Minha Casa, Minha Vida (Mein Haus, Mein Leben), aber auch der Umstand, dass viele Immobilien von dem Fundo de Garantia do Tempo de Serviço finanziert werden. Hierbei handelt es sich um einen staatlichen Fond, mit dem auch Investitionen in die Infrastruktur finanziert werden.

Durch das erhöhte Kreditvolumen ist auch ein Anstieg der Kreditgeschäfte insgesamt entstanden und macht somit einen großen Teil des Finanzsystems aus. Den Daten der brasilianischen Zentralbank zufolge ist der Betrag mit 47,2% so hoch wie zuletzt im Jahr 2000 und wird den Prognosen nach auf 48% steigen.

Trotz des steigendenden Kreditvolumens sieht Tulio Maciel keine Gefahr für eine Immobilien-Krise, wegen der in den USA im Jahr 2007 viele Hauseigentümer ihre Eigenheime verloren haben. Die Inanspruchnahme der finanziellen Mittel der Programme sei eingeschränkt, erläuterte er. (gp)