Anhänger des Koalitionspartners PMDB wollen gegen die Partei Rousseffs stark machen.
Anhänger des Koalitionspartners PMDB wollen gegen die Partei Rousseffs stark machen.

Anhänger des Koalitionspartners PMDB wollen gegen die Partei Rousseffs stark machen.

Der Rückgang in den Wahlumfragen für Präsidentin Dilma Rousseff, wie den jüngsten Umfragen zu entnehmen ist, und die Streitigkeiten innerhalb des Staates haben den Dissidentenflügel in der Partei PMDB (Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung) dazu gebracht, den Druck auf die Führung der eigenen Partei zu erhöhen – momentan bilden die Arbeiterpartei Rousseffs (PT) und PMDB die Regierungskoalition. Mithilfe des Drucks soll der Wettstreit um den Präsidentenpalast neutral bleiben und eine mögliche Wiederwahl Rousseffs zumindest nicht unterstützt werden.

Hauptsächlich kritisieren die Dissidenten, dass die Partei bislang kaum von dem Zusammenschluss mit der Arbeiterpartei profitiert hat. Die Anhänger der PMDB beklagen außerdem, dass die Regierungsfraktion kleiner sein könnte, sollte die Koalition beibehalten werden, was das politische Gewicht des Partners einschränken würde. „Die Partei PMDB nimmt an der Regierung teil, indem sie fünf oder sechs Minuten TV-Sendezeit, aber nimmt überhaupt gar keinen Anteil an der politischen Gestaltung des Landes“, sagte einer der Sprecher der Dissidenten, der Kongressabgeordnete Leonardo Picciani.

Obwohl die regionalen Differenzen immer noch Auslöser für die Unzufriedenheit innerhalb der PMDB sind, lässt sich auch feststellen, dass der Rückgang der Zustimmung für Rousseff unter anderem die Kritik an der Koalition schürt. In Rio beispielsweise wird die PMDB den Kandidaten Luiz Fernando Pezão ins Rennen schicken, der die Regierung des Staates von Sérgio Cabral übernahm, während die PT an der Kandidatur des Senators Lindbergh Farias feilt. „Den Gegner auf nationaler Ebene zu stärken, ist das gleiche, wie den Gegner im eigenen Staat“, sagte Picciani. (ls)