Angehörige der Ethnien Kaingang, Guarani Mbyá und Charrua aus den südlichen Bundesstaaten des Landes protestieren gegen schlechte Gesundheitsversorgung / Copyright: Agência Brasil

Angehörige der Ethnien Kaingang, Guarani Mbyá und Charrua aus den südlichen Bundesstaaten des Landes protestieren gegen schlechte Gesundheitsversorgung / Copyright: Agência Brasil

In Brasilia haben gestern (29.05.) seit dem frühen Morgen etwa 80 Indigene einen Teil des Gebäudes besetzt, in dem sich das Gesundheitsministerium befindet. Unter ihnen waren Angehörige der Ethnien Kaingang, Guaraní und Charrua aus den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná vertreten. 60 von ihnen befanden sich vor dem Spezialsekretariat für Indigene Gesundheit (Secretaria Especial de Saúde Indígena, kurz: Sesai) und weiter 20 protestierten vor dem Gebäude.

Der Protest galt der unzureichenden Gesundheitsversorgung und dem limitierten Zugang zu dieser. Laut Pedro Kaingang, einem Vertreter der Bewegung, ist die Besetzung eine Reaktion auf die fehlende Antwort seitens der Regierung auf die bereits bestehenden Forderungen der Indigenen. Wie die „Artikulation der Indigenen Völker des Südens“ (Articulação dos Povos Indígenas da Região Sul, kurz: Arpin-Sul), die für die Organisation der Proteste verantwortlich war, mitteilte, wurden verschiedene Zufahrts- und Nebenstraßen um die Indigenensiedlungen herum blockiert und somit der Verkehr auf den Strecken zum Erliegen gebracht.

Zu ihren Forderungen an den Gesundheitsminister Alexandre Padilha gehören: Zugang zu Medikamenten, die in den Gesundheitsstationen in ihren Dörfern fehlen; die Anzahl des professionellen Gesundheits- und Versorgungspersonals müsse erhöht werden und fehlende Transportmittel müssen bereitgestellt werden, um erkrankte Personen in die städtischen Krankenhäuser bringen zu können.

Der Hauptgrund für ihre Revolte sei jedoch die hohe Sterberate unter den Indigenen, die vor allem einer unzulänglichen Gesundheitspolitik zur Behandlung der Indigenen durch das Gesundheitsministerium geschuldet sei, kritisierte Pedro Kaingang. Auch die hohe Rate an Unter- und Mangelernährung bei den Kindern sei besorgniserregend. Schon seit einiger Zeit forderten sie volle Beachtung in diesen Fragen und bekämen nur leere Versprechen seitens der Regierungsvertreter. (jv)