Indigene im Bundesstaat Mato Grosso do Sul leben in besonders prekärer Situation. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil
Indigene im Bundesstaat Mato Grosso do Sul leben in besonders prekärer Situation. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Indigene im Bundesstaat Mato Grosso do Sul leben in besonders prekärer Situation. / Copyright: Wikimedia Commons, Agência Brasil

Die problematische Situation der Indigenen Guarani-Kaiowâ im Bundesstaat Mato Grosso do Sul scheint kein Ende zu nehmen. Der Bericht „Gewalt gegen indigene Völker in Brasilien von 2013“, vor kurzem vom Indigenen-Missionsrat Cimi veröffentlicht, erklärt den Bundesstaat als Zentrum des Landes für Konflikte mit Indigenen.

Die Hinweise darauf sind prägnant, so der Bericht. Von den insgesamt 56 Selbstmorden von Indigenen im vergangenen Jahr ereigneten sich 50 in Mato Grosso do Sul unter den Guarani-Kaiowá. Zudem wurden dort 33 der insgesamt 53 Morde an Indigenen und 16 der insgesamt 29 Mordversuche registriert.

Cimi zufolge gibt es drei Faktoren für die Verschärfung des Konflikts. Ein Grund ist die Konzentration von „bedeutenden agrarwirtschaftlichen Interessen in Form von großen Plantagen für Soja, Mais und Zuckerrohr, neben der Viehzucht“ in dem Bundesstaat.

Ein anderer Grund ist die territoriale Beschränkung, die den Indigenen auferlegt wurde. Ein Beispiel dafür ist das Reservat „Indígena de Dourados“, hier müssen 13.000 Menschen auf einer Fläche von 3,6 Hektar leben. Wie Cimi berichtet ist dies die höchste Konzentration unter traditionellen Völkern. Die es unmöglich mache, anzubauen, Rituale zu zelebrieren, zu fischen, Kinder aufzuziehen und Jugendliche richtig zu sozialisieren.

Der dritte Grund liege bei der Bundesregierung, die die Aufhebung der Grenzen für die Indigenen lähme. Laut Cimi führt das zur Gewalt gegen die traditionellen Völker. (ls)