Präsident des Nationalen Industrieverbandes Brasiliens, Robson de Andrade / Copyright: Agência Brasil

Präsidnet des Nationalen Industrieverbandes Brasiliens, Robson de Andrade / Copyright: Agência Brasil

Zum Steigern der Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Industrie sei es nötig, verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen und steuerliche Entlastungen zu schaffen, so schätze gestern (07.02.) der Präsident des Nationalen Industrieverbandes CNI (Confederação Nacional da Indústria), Robson de Andrade, die aktuelle Situation ein.

Bei der Eröffnung des Seminars RedIndústria verteidigte Andrade auch die Notwendigkeit von Investitionen in die Infrastruktur sowie ins Bildungs- und Gesundheitswesen.

Für den Präsidenten der CNI sei eines der wichtigsten Projekte des Nationalkongresses, dass die zusätzliche Zahlung von zehn Prozent auf Einlagen des Garantiefonds für die Dienstzeit (Fundo de Garantia do Tempo de Serviço, kurz: FGTS) zum Zeitpunkt der Entlassung von Arbeitnehmern gestrichen werde.

Des Weiteren stünde eine Vereinheitlichung der Steuern auf Warenverkehr und Dienstleistungen (Imposto sobre Circulação de Mercadorias e Serviços, kurz: ICMs) auf dem Programm. Diese regulieren die Abgaben importierter Güter, die im Land im Umlauf sind.

Laut des Abgeordneten Bruno Araújo (der Partei PSDB) wurden in Brasilien bis 2003 strukturelle Reformen durchgeführt. „Da dieser Prozess nicht weiterging, durchlebt das Land nun eine Phase der Deindustrialisierung, die eine Erhöhung von Importen mit sich bringt.“  Trotz der Risiken würden die Investitionen in technologische Innovationen eine sichere Form sein, um Arbeitsplätze und Einkommen zu schaffen, so Araújo.

Der Senator José Pimentel (der Partei PT) entgegnete, dass Brasilien immer noch mit dem Problem von zu wenigen Arbeitskräften zu kämpfen hat. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei gestiegen, vor allem mit dem Anstieg von Mikro- und Kleinunternehmen. Vor acht Jahren gab es noch 1,3 Millionen Mikro- und Kleinunternehmen im Land, aktuell seien es bereits sechs Millionen. In diesem Zeitraum wurden 16 Millionen Arbeitsplätze geschaffen.

Der Ausbau der Wirtschaft bringe mit sich, dass Firmen aus anderen Ländern spezialisierte Arbeitskräfte einstellen müssen. Diese würden Posten innehaben, die eigentlich von Brasilianern besetzt werden müssten. Aus diesem Grund schuf die Regierung 280 berufsbildende Schulen, weitere 120 sollen bis 2014 noch eröffnet werden, so Pimentel. Ziel sei es, dass bis 2020 alle Schüler mit mittlerer Reife die Angebote der berufsbildenden Schulen nutzen können. (ds)