Paulo Skaf, Präsident des Industrieverbands von São Paulo, sieht die Regierung in der Schuld für die aktuelle Lage. / Copyright: Agência Brasil

Das kommende Jahr wird für die Industrieunternehmen in São Paulo noch mal ein schwieriges werden, ist sich der Präsident des Industrieverbands von São Paulo (Fiesp) Paulo Skaf sicher. Der Abschwung der wirtschaftlichen Lage würde allerdings geringer ausfallen als bisher, glaubt er. „Wenn man ein Jahr mit starkem Rückgang abschließt, ist der Abschwung im kommenden Jahr tendenziell geringer.“

Das aktuelle Jahr schließe man leider mit schlechten Ergebnissen ab. Die wirtschaftliche Lage in Brasilien sei in diesem Jahr nicht gut gewesen, und auch für 2016 gebe es keine guten Prognosen. „In diesem Jahr wird die Wirtschaft um 3,5 Prozent schrumpfen und die Industrie insgesamt um etwa sechs Prozent. Speziell die verarbeitende Industrie, die am meisten von den Entwicklungen betroffen ist, muss aber voraussichtlich mit einem Minus von neun Prozent rechnen.“  Das Wachstum im kommenden Jahr werde wahrscheinlich um etwa zwei Prozent zurückgehen.

Laut Skaf erlebt Brasilien derzeit „eine schwere politische Krise, die negative Folgen für die Wirtschaft“ habe. „Wir erleben eine politische Krise, die Unsicherheit und mangelndes Vertrauen hervorruft. Und wenn die Menschen und die Investoren kein Vertrauen in die Regierung haben, hemmt dies Investitionen und Konsum. Und ohne diese kommt die Wirtschaft auch nicht in Schwung.“ Daher gebe es nur zwei Auswegmöglichkeiten: Entweder die Regierung ändere ihren Kurs, oder die Regierung müsse ausgetauscht werden.

Vor allem komme es darauf an, die Ausgaben der Regierung zu kürzen. Die Steuern sollten dagegen nicht angehoben werden. „Die Gesellschaft und die Unternehmen tun bereits alles, was sie momentan unternehmen können. Das Problem dieses Landes ist seine schwerfällige Regierung.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil