Industrieunternehmen in São Paulo verbrauchen mehr Wasser als der Vorrat bietet. / Copyright: Wikimedia Commons, gaborbasch
Industrieunternehmen in São Paulo verbrauchen mehr Wasser als der Vorrat bietet. / Copyright: Wikimedia Commons, gaborbasch

Industrieunternehmen in São Paulo verbrauchen mehr Wasser als der Vorrat bietet. / Copyright: Wikimedia Commons, gaborbasch

Brasilianische Industrieunternehmen sollen vernünftiger beim Wasserverbrauch werden. Dafür will die Regierung um Dilma Rousseff spezielle Projekte finanzieren, die Ideen dafür entwickeln. Möglich ist sogar eine spezielle Kreditlinie, ähnlich dem Klimafond, erklärte am vergangenen Mittwoch (19. März) der Direktor für Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie beim Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel Alexandre Comin. „In jeder Krise kommt der Moment der Besinnung. Vielleicht führt uns das dieses Mal dazu, etwas ähnliches wie den den Klimafond ins Leben zu rufen, spezielle Investitionen in ein effizientes System zum Wasserrecycling und zur Wassergewinnung“, so Comin, während er am Wasser-Forum „Strategisches Management im Unternehmenssektor“ teilnahm.

Der Klimafond wird von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES verantwortet und ist auf Projekte im Privatsektor und öffentlicher Einrichtungen ausgerichtet, die sich den Klimaänderungen annehmen und zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen. Die brasilianische Regierung will den Wasser-Fußabdruck der Industrie verkleinern, das heißt die Wassermenge, die die Industrie für die Herstellung eines bestimmten Produkts verbraucht. Dem Koordinator für Gewässerschutz der Nichtregierungsorganisation „The Nature Conservancy“ (TNC) Albano Araujo zufolge ist der schlechte Wasser-Fußabdruck von Industrieunternehmen in São Paulo mit ein Grund für die kritische Situation des Trinkwasserreservoirs der Stadt, dem Cantareira-System.

„Es fehlt Wasser im System. Dabei geht und ging es zu keinem Moment um die Frage der natürlichen Beschaffenheit. Es ist ein Problem, wie wir mit den Wasserressourcen umgehen, weil der Wasser-Fußabdruck von São Paulo ist zu groß im Vergleich zu Verfügbarkeit von Wasser“, sagt Araujo. Aktuell stehen dem Cantareira-System nur 14,7 Prozent des Reservats zur Verfügung, der niedrigste Stand in der Geschichte. „Um dieses Problem zu lösen, geht es in erster Linie darum den Verbrauch zurückzufahren und über eine nachhaltige Verwendung nachzudenken, anstatt darüber, wie man die Wassermenge erhöhen kann.“ (ls)