Vor allem Mikro- und Kleinunternehmen sind von Insolvenz betroffen. / Copyright: Wikimedia Commons, Luiz83

Die Zahl der Insolvenzanträge von Unternehmen ist in der ersten Hälfte dieses Jahres um 9,2 Prozent angestiegen verglichen zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das geht aus den Daten des Zentralservices für Kreditsicherheit Boa Vista (SCPC) hervor. Zudem stieg im beobachteten Zeitraum die Zahl der Anträge auf eine Art gerichtliche Genesung von Unternehmen um 17,2 Prozent. Nach brasilianischem Recht kann dadurch im Fall von Zahlungsunfähigkeit eine Insolvenz abgewendet werden.

Mikro- und Kleinunternehmen machen etwa einen Anteil von 85 Prozent an der Gesamtzahl der Insolvenzanträge aus und 87 Prozent an der Gesamtzahl der Anträge auf Genesung. Dabei war vor allem der Dienstleistungssektor betroffen (40 Prozent), gefolgt von der Industrie (34 Prozent) und dem Handel (26 Prozent).

Für den Boa Vista SCPC ist die schwache Wirtschaftsaktivität im Land der Grund für die schlechte Entwicklung, was die Cash-Bildung der Unternehmen erschwere. Zudem würden die Erhöhung der Zinsen und die Restriktionen auf die Kreditvergabe eine Rolle spielen, was das Betriebskapital verteure und die Solvenzindikatoren verschlechtere. Boa Vista SCPC geht davon aus, dass die Insolvenzzahlen Ende dieses Jahres die Zahl von 2014 noch übersteigen werden.

Allein im Juni stieg die Zahl der Anträge auf Insolvenz um 31,9 Prozent gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. (ls)

Quelle: Agência Brasil