Brasilia / Copyright: Agência Brasil

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Die europäische Wirtschaftskrise war Thema beim gestrigen Koordinations-Treffen der Regierungsvertreter in Brasília. Dabei wurden die möglichen Konsequenzen, welche die kritische Lage Europas auf den brasilianischen Markt haben könnte, diskutiert. Der brasilianische Vize-Präsident Michel Temer äußerte sich diesbezüglich jedoch sehr selbstbewusst. Die Regierung mache sich keine Sorgen, dass Brasilien von der wachsenden Schuldenkrise in Europa und den USA betroffen sein wird, so Temer bei der Konferenz. Barack Obama diskutiert derzeit über eine Anhebung der Schuldengrenze und Republikaner und Demokraten müssen sich bald einigen, um einen Zahlungsausfall der USA zu verhindern. Auch ein Scheitern des Euros scheint den Brasilianern momentan keine Angst zu bereiten.

Regierungschefin Dilma Roussef und Vize-Präsident Michel Temer hatten zusammen mit den Ministern die Risiken analysiert und waren zu diesem positiven Ergebnis gekommen. Deshalb würde man sich auf so einen Fall auch gar nicht vorbereiten. Das Wirtschaftswachstum sei so stark, dass man nicht voreilig und unnötig über eventuelle Maßnahmen nachdenken müsse.

Vielmehr konzentriere man sich auf die Konstruktion einer eigenen nuklearen U-Boot-Flotte. “Brasilien ist nun eines der wenigen Länder, die das technische Wissen dafür besitzen. Diese Möglichkeit muss man als strategischen Faktor einsetzen, sowohl im Hinblick auf die Verteidigung, als auch auf das Wirtschaftswachstum“, so die Präsidentin Dilma Rousseff. Ihr Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva hatte bereits 2008 die ersten Verträge mit Frankreich über Investitionen in Höhe von R$ 6,7 Milliarden geschlossen. Man gehe davon aus, dass durch den Bau bis zu acht Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Das erste U-Boot soll 2016 einsatzfähig sein. (nm)