Erdölkonzern ließ Investitionspläne um fast 40 Prozent kürzen. / Copyright: Wikimedia Commons, Junius

Die Kürzung des Investitionsplans von Petobras in diesem Jahr um fast 40 Prozent ist der wesentliche Grund für den Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten Brasiliens in 2015, wie eine Studie des Sekretariats für Wirtschaftspolitik des Finanzministeriums nahelegt. Demnach ist das Minus bei den Investitionen von 37,1 Milliarden US-Dollar in 2014 auf nur noch 25 Milliarden US-Dollar bei dem Erdölkonzern in diesem Jahr für mindestens zwei Prozentpunkte beim Rückgang des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich.

Offiziell geht das Sekretariat  von einem Minus des BIP von 2,44 Prozent in diesem Jahr aus. Brasilianische Finanzinstitute sprechen jedoch von drei Prozent.

Nach Berechnungen des Sekretariats machen die schwächeren Investitionen dabei direkt einen Verlust des BIP von 0,6 Prozentpunkten aus, indirekte Faktoren sorgten für einen negativen Effekt von 1,7 Prozentpunkte. Würde man dazu noch die Auswirkungen der Gesamtinvestitionen rechnen, die nicht mehr von den Vertragspartnern realisiert werden, steige der Wert auf mindestens zwei Prozent.

Laut der Studie hat die Krise von Petrobras damit viel größere Auswirkungen auf die Schrumpfung der Wirtschaft als durch Steuererhöhung in diesem Jahr wieder gutgemacht werden können. „Dieser Einfluss ist offenbar viel größer als die mögliche kontraktive Wirkung durch die eher bescheidene Möglichkeit von Anpassungen bei einigen Steuersätzen über das Jahr, wie der Steuer auf Importe PIS/Cofins“, heißt es dazu in der Studie. (ls)

Quelle: Agência Brasil