Cláudio Hamilton dos Santos, Koordinator der öffentlichen Finanzen der IPEA / Copyright: Agência Brasil

Cláudio Hamilton dos Santos, Koordinator der öffentlichen Finanzen der IPEA / Copyright: Agência Brasil

Einen Tag nachdem die Zentralbank einen Primärüberschuss von 8,2 Milliarden Reais (rund 3,4 Milliarden Euro) im öffentlichen Sektor angekündigt hat, sagen Vertreter des Institutes für angewandte Wirtschaftsforschung IPEA (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA) die Wiederaufnahme von Investitionen in Festkapital voraus. Hierbei sollen die brasilianische Regierung, die Bundesstaaten und Gemeinden in den Bau von Schulen, Krankenhäusern, Autobahnen und Wasserkraftwerken investieren.

Laut Schätzungen der IPEA werde man diese Investitionen im Rahmen des Programms für beschleunigtes Wachstum PAC (Programa de Aceleração do Crescimento, kurz: PAC) tätigen.

Für Cláudio Hamilton dos Santos, Koordinator der öffentlichen Finanzen der IPEA, würden Investitionen in den öffentlichen Sektor das Wirtschaftswachstum stark ankurbeln.

Bezüglich des Vergleichs der Jahre 1995 bis 2003 und 2004 bis 2010 stellte Hamilton fest, dass kein klarer Zusammenhang zwischen der Steigerung von Ausgaben und der Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) festgestellt werden kann. „Die öffentlichen Investitionen sind in einem Zeitraum angestiegen, als sich das BIP stärker als in vergangenen Jahren erhöht hat. Die Gründe dafür bleiben aber unklar. Man weiß nicht, ob das BIP aufgrund der Investitionen gestiegen ist oder das höhere BIP öffentliche Investitionen begünstigt hat“, so Hamilton.

Des Weiteren stellte das IPEA fest, dass in den Jahren der Wahlen die Ausgaben der Regierung, der Bundesstaaten und der Gemeinden höher waren und dass man sich in den anderen Jahren eher nach Kontingentierung orientierte.

Die Saisonbedingtheit könne allerdings auch schädigend sein. In manchen Fällen würden sich hohe Ausgaben in einem Jahr der Wahlen auf das darauffolgende Jahr negativ auswirken. Wenn viele Ausgaben getätigt werden, bleiben weniger Ressourcen für die Zukunft. (ds)